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Kulturpflanzen und Sorten
Enzyklopädie der Ackerkulturen und Datenbank registrierter Sorten — Agronomie, Saatstärke, Düngung, Krankheiten, Ertrag und Anbauempfehlungen.
Die Körnererbse (Pisum sativum) ist neben der Ackerbohne die wichtigste heimische Körnerleguminose. Sie bindet 100 bis 200 kg Luftstickstoff je Hektar, hinterlässt der Folgekultur 30 bis 50 kg und liefert mit 20 bis 25 % Rohprotein heimisches Eiweiß — zunehmend auch für pflanzliche Fleischalternativen.
110 Sorten
Die Sojabohne (Glycine max) hat sich in den letzten Jahren von der Exotik zur festen Größe entwickelt — in Österreich mit über 80.000 Hektar deutlich stärker als in Deutschland. Sie ist eiweißreich, bindet Luftstickstoff und bedient die Nachfrage nach gentechnikfreiem, europäischem Eiweiß.
58 SortenGetreide 8
Hafer (Avena sativa) ist die anspruchsloseste Getreideart und die beste Gesundungsfrucht der Fruchtfolge — er ist kein Wirt für Halmbruch, Schwarzbeinigkeit und Getreidezystennematoden. Nach jahrzehntelangem Rückgang wächst die Fläche wieder, getrieben vom Haferdrink.
61 Sorten
Mais (Zea mays) ist als C4-Pflanze außergewöhnlich wasser- und lichteffizient. In Deutschland stehen rund 2,1 Millionen Hektar Silomais und etwa 0,5 Millionen Hektar Körnermais — Silomais ist die Grundlage der Rinderfütterung und der Biogaserzeugung zugleich.
1212 Sorten
Sommergerste wird im Frühjahr gesät und im August geerntet. Ihre wirtschaftlich wichtigste Verwendung ist die Braugerste für die Malz- und Bierherstellung — und die stellt Anforderungen, die dem übrigen Ackerbau entgegenlaufen: gefordert wird ein möglichst niedriger Eiweißgehalt von 9,5 bis 11,5 %.
199 Sorten
Sommerweizen wird im Frühjahr gesät und im August gedroschen. In Deutschland ist er mit rund 40.000 Hektar eine Nischen- und vor allem Ersatzkultur, wenn der Winterweizen ausgewintert ist. Er erreicht regelmäßig hohe Proteingehalte und ist ein starker Aufmischweizen.
71 Sorten
Triticale ist die gezüchtete Kreuzung aus Weizen und Roggen — die erste vom Menschen geschaffene Getreideart. Sie vereint den Ertrag des Weizens mit der Anspruchslosigkeit des Roggens und steht in Deutschland auf rund 300.000 Hektar, überwiegend als Futtergetreide.
54 Sorten
Wintergerste (Hordeum vulgare) steht in Deutschland auf rund 1,3 Millionen Hektar und ist die wichtigste Futtergetreideart. Ihr großer ackerbaulicher Vorteil ist der Erntetermin: Sie ist die erste Frucht des Jahres und damit die ideale Vorfrucht für Winterraps.
153 Sorten
Winterroggen (Secale cereale) gedeiht auf leichten, sauren Sandböden, auf denen Weizen versagt. Deutschland ist der größte Roggenerzeuger der Welt mit rund 500.000 bis 650.000 Hektar, Schwerpunkt in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Roggenbrot braucht zwingend Sauerteig, weil Roggen kein Klebergerüst bildet.
45 Sorten
Winterweizen (Triticum aestivum) ist mit rund 2,7 Millionen Hektar die wichtigste Ackerkultur Deutschlands. Er wird im Herbst gesät, überwintert und im Juli gedroschen. Über den Preis entscheiden die Qualitätsgruppen E, A, B und C, die sich an Rohprotein, Fallzahl und Hektolitergewicht bemessen.
290 Sorten
Die Kartoffel (Solanum tuberosum) steht in Deutschland auf rund 260.000 Hektar, in Österreich auf etwa 25.000. Der Schwerpunkt liegt bei Verarbeitungsware für Pommes, Chips und Stärke. Die Kraut- und Knollenfäule ist die bestimmende Krankheit und verlangt in feuchten Jahren sieben bis zwölf Behandlungen.
310 Sorten
Die Zuckerrübe (Beta vulgaris) ist die ertragsstärkste Ackerkultur Mitteleuropas und die einzige heimische Zuckerpflanze. In Deutschland stehen rund 400.000 Hektar, in Österreich etwa 35.000. Angebaut wird praktisch ausschließlich im Vertrag mit der Zuckerfabrik.
336 Sorten
Mohn (Papaver somniferum) wird für Backmohn und Mohnöl angebaut. Der entscheidende Unterschied zwischen den Ländern ist rechtlicher Natur: In Deutschland ist der Anbau nach dem Betäubungsmittelgesetz erlaubnispflichtig, in Österreich hat er im Waldviertel eine ungebrochene Tradition.
27 Sorten
Sommerraps wird im Frühjahr gesät und im August geerntet. In Deutschland ist er eine ausgesprochene Nischenkultur und dient überwiegend als Ersatz, wenn der Winterraps ausgewintert oder vom Erdfloh vernichtet wurde. Ertrag und Ölgehalt liegen deutlich unter dem Winterraps.
36 Sorten
Die Sonnenblume (Helianthus annuus) ist eine trockenheitstolerante Ölfrucht, deren Anbaufläche in Deutschland mit dem Klimawandel und den Schwierigkeiten im Rapsanbau deutlich wächst. In Österreich ist sie im pannonischen Osten seit Langem etabliert.
120 Sorten
Winterraps (Brassica napus) ist mit rund 1,1 Millionen Hektar die wichtigste Ölfrucht Deutschlands und die tragende Blattfrucht in getreidereichen Fruchtfolgen. Seit dem Verbot der neonikotinoiden Beize 2018 ist der Anbau deutlich schwieriger geworden — der Rapserdfloh ist zum limitierenden Faktor geworden.
280 Sorten
Luzerne (Medicago sativa) ist die ertragreichste und langlebigste Futterleguminose — Bestände stehen drei bis fünf Jahre. Ihre Pfahlwurzel reicht mehrere Meter tief, was sie außergewöhnlich trockenheitstolerant macht. Mit 18 bis 22 % Rohprotein ist sie das eiweißreichste heimische Grundfutter.
33 Sorten
Rotklee (Trifolium pratense) ist eine zwei- bis dreijährige Futterleguminose mit kräftiger Pfahlwurzel. Über die Knöllchenbakterien bindet ein Bestand 150 bis 250 kg Luftstickstoff je Hektar und Jahr — im Ökolandbau die Grundlage der Nährstoffversorgung, im konventionellen Betrieb ein erheblicher Vorfruchtwert.
81 SortenFotos
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