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Ernte 2026 in Deutschland und Österreich: weniger Getreide, Körnermais bricht ein
Deutschland erntet nach vorläufigen amtlichen Zahlen 37,4 Mio. t Getreide ohne Körnermais, 7,3 % weniger als 2025. In Österreich fällt das Minus deutlicher aus: Statistik Austria weist 2,65 Mio. t aus, 16,4 % weniger als im Vorjahr.
Deutschland und Österreich hatten ein trockenes Frühjahr. In Deutschland folgte im Juni eine Hitzewelle, in Österreich laut AMA einige Hitzetage. Das zeigt sich in den Erträgen, in Österreich deutlicher als in Deutschland. Alle Zahlen in diesem Beitrag sind vorläufig.
Deutschland: 7 % weniger Getreide ohne Körnermais
Laut dem Erntebericht 2026, den das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) am 2. September vorgestellt hat, werden in Deutschland rund 37,4 Mio. t Getreide ohne Körnermais geerntet. Das sind 7,3 % weniger als im starken Jahr 2025 und 2,1 % weniger als im Mittel 2020–2025. Der durchschnittliche Hektarertrag von 69,1 dt liegt 5,6 % unter dem Vorjahr, entspricht aber etwa dem sechsjährigen Mittel (+0,4 %). Die zweite vorläufige Schätzung von Destatis vom 24. September bestätigt die 37,4 Mio. t und nennt einen Ertrag von 69,2 dt/ha (2025: 73,2 dt/ha). Einschließlich Körnermais rechnet der Erntebericht mit 41,1 Mio. t, 9,1 % weniger als im Vorjahr.
| Kultur (DE) | Ertrag 2026 (dt/ha) | ggü. 2025 | ggü. Ø 2020–2025 | Ernte 2026 (Mio. t) | ggü. 2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Winterweizen | 72,7 | −8,0 % | −4,1 % | 20,2 | −10,4 % |
| Wintergerste | 77,4 | −1,6 % | +6,9 % | 9,8 | +2,5 % |
| Sommergerste | 54,8 | −5,9 % | +4,8 % | 1,5 | −16,0 % |
| Roggen (inkl. Wintermenggetreide) | 55,2 | −2,0 % | +4,8 % | 2,85 | −6,1 % |
| Triticale | 59,6 | −6,2 % | +0,3 % | 1,65 | −9,9 % |
| Körnermais (inkl. CCM) | 73,5 | −27,2 % | −24,2 % | 3,75 | −24,2 % |
| Winterraps | 31,2 | −14,3 % | −13,8 % | 3,5 | −11,5 % |
Stand 2. 9. 2026 (Erntebericht, Daten Destatis). Die Körnermais-Schätzung stützt sich auf Angaben aus acht Bundesländern und ist noch unsicher. In der Aktualisierung vom 24. September nennt Destatis für Wintergerste +3,1 % und für Winterraps −11,9 % gegenüber dem Vorjahr.
Deutlich unter dem sechsjährigen Mittel liegt die Getreideernte vor allem in Bayern (−8,6 %) und Schleswig-Holstein (−7,6 %). Niedersachsen liegt dagegen 4,1 % darüber.
Zur Qualität liegen erst Teilergebnisse der Proben vor, die das Max Rubner-Institut untersucht hat; sie sind noch nicht repräsentativ. Weizen hat im Mittel 12,3 % Rohprotein (Vorjahresniveau), eine Fallzahl von 371 s (Vorjahr 289 s) und ein Hektolitergewicht von 77,2 kg (76,8 kg). Der Schmachtkornanteil ist mit 1,4 % jedoch höher als im Vorjahr (0,4 %). Raps hat einen Ölgehalt von 43,5 % (Vorjahr 43,3 %).
Erzeugerpreise laut AMI-Daten im Erntebericht (33. Kalenderwoche, frei Erfasserlager): Brotweizen 19,14 €/dt (+11,4 % zum Vorjahr), Futterweizen 17,97 €/dt (+9,6 %), Futtergerste 16,47 €/dt (+8,0 %), Braugerste 18,85 €/dt (+0,7 %). Raps kostete in der 32. Kalenderwoche 489,87 €/t, im Vorjahr in derselben Woche 446 €/t.
Österreich: ein Sechstel weniger Getreide, ein Drittel weniger Körnermais
Die vorläufige Tabelle von Statistik Austria (Datenstand September 2026) weist 2,65 Mio. t Getreide ohne Mais aus, nach 3,18 Mio. t im Jahr 2025; das sind 16,4 % weniger. Der durchschnittliche Hektarertrag sank von 61,5 auf 52,1 dt. Einschließlich Körnermais sind es 4,26 Mio. t nach 5,70 Mio. t (−25,2 %). Die Veränderungsraten haben wir aus den Zahlen von Statistik Austria berechnet.
| Kultur (AT) | Ertrag 2026 (dt/ha) | Ertrag 2025 (dt/ha) | Ernte 2026 (1.000 t) | ggü. 2025 |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | 54,3 | 64,0 | 1.272 | −17,2 % |
| Wintergerste | 62,8 | 70,3 | 664 | −9,0 % |
| Sommergerste | 37,0 | 51,6 | 61 | −35,5 % |
| Roggen | 39,3 | 52,6 | 118 | −18,2 % |
| Körnermais (inkl. CCM und Saatmais) | 71,3 | 111,4 | 1.610 | −36,1 % |
| Raps und Rübsen | 26,7 | 32,7 | 55 | −15,6 % |
Der Körnermaiswert entspricht dem Datenstand September und kann sich bis zum endgültigen Ergebnis noch ändern. Einen Vergleich mit dem langjährigen Durchschnitt hat die AMA (Agrarmarkt Austria) in ihrer Prognose vom August veröffentlicht, die von 2,5 Mio. t Getreide ohne Mais ausging: Das lag 14,4 % unter dem langjährigen Mittel. Die AMA bewertet die Qualitäten als in weiten Teilen hoch und beziffert den Anteil von Qualitäts- und Premiumweizen auf rund 70 %.
Was noch fehlt
Die endgültigen Zahlen für Deutschland veröffentlicht Destatis im Januar 2027, für Österreich Statistik Austria am 23. Dezember 2026. Die amtliche Statistik zur Grünlandernte erscheint in Deutschland im Januar 2027; beim Silomais rechnet das BMLEH bereits mit deutlichen Ertragseinbußen, vor allem im Süden und Südwesten.
Quellen: BMLEH – Erntebericht 2026 (2. 9. 2026); Erntebericht 2026, PDF mit Tabellen; Destatis – zweite vorläufige Ernteschätzung (24. 9. 2026); Destatis – Qualitätsbericht BEE; Statistik Austria – Feldfruchtproduktion 2026, vorläufig (ODS); Statistik Austria – Ackerbau, Dauergrünland; AMA – Trockenheit setzt Getreideernte stark zu (5. 8. 2026)