Winterraps
Winterraps ist die wichtigste Ölfrucht Mitteleuropas. Er liefert 3,5 bis 4,5 t/ha und wird zu Speiseöl, Biodiesel und Rapsschrot als Eiweißfuttermittel verarbeitet.
Winterraps (Brassica napus) ist die bedeutendste Ölfrucht des deutschsprachigen Raums. In Deutschland stehen rund 1,1 Millionen Hektar Raps, in Österreich etwa 40 000 Hektar — dort begrenzen Klima und Fruchtfolge die Fläche stärker.
Anbau:
- Saat: Mitte August bis Anfang September. Das Zeitfenster ist eng — jede Woche Verspätung kostet Ertrag, weil der Bestand vor Winter eine kräftige Blattrosette und eine ausreichend dicke Wurzel bilden muss.
- Saatstärke: 30 bis 45 Körner/m² bei Hybriden, mehr bei Liniensorten.
- Düngung: Phosphat und Kalium im Herbst; im Frühjahr 150 bis 200 kg N/ha in zwei Gaben, dazu Schwefel, den Raps in großen Mengen braucht.
- Pflanzenschutz: Im Herbst gegen Rapserdfloh und Schnecken, dazu Wachstumsregler und Fungizid gegen die Wurzelhals- und Stängelfäule; im Frühjahr gegen Rapsglanzkäfer und Stängelrüssler sowie zur Blüte gegen Weißstängeligkeit und Alternaria.
- Ernte: Ende Juni bis Ende Juli mit dem Rapsschneidwerk (verlängerter Tisch mit Seitenmessern), um Ausfall zu mindern.
Erträge: im Mittel 3,5 t/ha, auf guten Standorten 4,5 t/ha und mehr.
Verwertung: Etwa 60 % gehen in die Biodieselerzeugung, der Rest in Speiseöl. Als Koppelprodukt fällt Rapsschrot an — nach Soja das wichtigste heimische Eiweißfuttermittel, was den Raps auch futterbaulich wertvoll macht.
Vorfruchtwert: Raps ist eine ausgezeichnete Vorfrucht für Weizen — die tiefe Pfahlwurzel erschließt den Unterboden, und die frühe Ernte lässt Zeit für die Bestellung. Der Weizen nach Raps bringt regelmäßig 5 bis 10 % Mehrertrag gegenüber Weizen nach Weizen.
Aktuelle Herausforderungen: Seit dem EU-weiten Verbot der neonikotinoiden Beizen ist der Rapserdfloh im Herbst deutlich schwerer zu beherrschen, und bei den Behandlungen im Frühjahr nehmen Resistenzen zu. Der Anbau ist dadurch riskanter geworden — bei Preisen von rund 400 bis 500 €/t bleibt Raps dennoch eine der wirtschaftlich stärksten Ackerkulturen.