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Ackerbau

Fruchtfolge

Auch: Fruchtwechsel, Rotation, Anbaufolge

Die Fruchtfolge ist der geplante Wechsel der Kulturen auf einem Schlag über mehrere Jahre. Das zentrale Prinzip nachhaltiger Bewirtschaftung — sie verbessert den Boden und mindert Unkraut- und Krankheitsdruck.

Die Fruchtfolge ist der planmäßige Wechsel der Kulturen auf demselben Schlag über mehrere Jahre. Sie ist eines der ältesten und zugleich wirksamsten Instrumente des Ackerbaus — bereits die mittelalterliche Dreifelderwirtschaft (Winterung, Sommerung, Brache) folgte diesem Gedanken.

Eine typische mitteleuropäische Fruchtfolge über vier Jahre:

  1. Winterraps — tiefwurzelnd, gute Vorfrucht, lockert den Boden.
  2. Winterweizen — profitiert vom Vorfruchtwert des Rapses.
  3. Zuckerrübe oder Kartoffeln — Hackfrucht, unterbricht den Ungrasdruck.
  4. Sommergerste oder Mais — schließt den Kreis.

Häufig ergänzt um Leguminosen (Erbse, Ackerbohne, Sojabohne) oder mehrjähriges Feldfutter (Luzerne, Kleegras), das Stickstoff bindet und den Humusgehalt hebt.

Die Grundsätze:

  • Keine Kultur unmittelbar nach sich selbst — sonst steigt der Druck bodenbürtiger Krankheiten (Halmbruch und Schwarzbeinigkeit bei Weizen, Kohlhernie bei Raps).
  • Tief- und Flachwurzler abwechseln — das erschließt verschiedene Bodenschichten.
  • Leguminosen einbauen — sie sparen 30 bis 60 kg N/ha für die Folgefrucht.
  • Winterungen und Sommerungen mischen — das bricht den Zyklus spezialisierter Ungräser wie des Ackerfuchsschwanzes.

Förderrechtlich:

  • Der GLÖZ-7-Standard verlangt den Fruchtwechsel auf Ackerland — auf jedem Schlag muss die Hauptkultur im Jahresvergleich wechseln, mit definierten Ausnahmen.
  • Die Öko-Regelung ÖR 2 honoriert eine vielfältige Fruchtfolge mit mindestens fünf Hauptkulturen und einem Mindestanteil Leguminosen.

Die Folgen zu enger Fruchtfolgen: Kurzfristig kann sich der Anbau der wirtschaftlich stärksten Kultur lohnen. Über fünf bis zehn Jahre sinken die Erträge jedoch um 15 bis 25 %, weil sich Krankheiten, Ungräser und Bodenmüdigkeit aufbauen — ein Effekt, der sich mit Chemie nur teuer und unvollständig auffangen lässt.

Eine durchdachte Fruchtfolge ist damit die wirksamste kostenlose ackerbauliche Maßnahme überhaupt.

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