Pflügen
Das Pflügen wendet den Boden mit dem Pflug in 20 bis 35 cm Tiefe. Die klassische Grundbodenbearbeitung — sie vergräbt Ernterückstände, unterdrückt Unkraut und lockert.
Das Pflügen ist die traditionsreichste Form der Bodenbearbeitung: Der Pflug schneidet eine 20 bis 35 cm starke Schicht ab und wendet sie.
Pflugbauarten:
- Anbaupflug — im Dreipunkt getragen, bis etwa vier Schare.
- Aufsattelpflug — größere Pflüge mit fünf bis zwölf Scharen, teilweise auf einem Stützrad abgestützt.
- Variopflug — die Arbeitsbreite je Schar lässt sich während der Fahrt verstellen.
- Drehpflug (Volldrehpflug) — die Schare werden am Vorgewende gedreht, sodass in beiden Richtungen zur selben Seite gewendet wird. Er hinterlässt keine Furchen und Beete und ist heute die Regel.
Arbeitstiefe:
- Flach (15 bis 20 cm) — Stoppelbearbeitung nach der Ernte.
- Mittel (20 bis 28 cm) — der Standard vor Wintergetreide.
- Tief (28 bis 35 cm) — gegen Verdichtungen, nur gelegentlich und mit hohem Zugkraftbedarf.
Kraftstoffbedarf als Anhalt:
- Dreischariger Pflug an einem 100-PS-Traktor: 12 bis 18 l/ha.
- Fünfschariger an 200 PS: 18 bis 25 l/ha.
- Achtschariger an 350 PS: 22 bis 30 l/ha.
Alternativen:
- Direktsaat — ohne Bodenbearbeitung, die Sämaschine legt direkt in die Stoppel ab.
- Mulchsaat — flache Bearbeitung mit Grubber oder Scheibenegge statt Pflug.
- Streifenbearbeitung (Strip-Till) — nur der Saatstreifen wird bearbeitet, der Zwischenraum bleibt unberührt.
‼️ Der Pflug ist nicht per se schlecht: Er ist das wirksamste Mittel gegen Wurzelunkräuter, im Ökolandbau oft unverzichtbar und bei starker Verunkrautung die sicherste Lösung. Sein Nachteil ist der hohe Energiebedarf und die Beschleunigung des Humusabbaus durch die starke Durchlüftung.