Bodenerosion
Bodenerosion ist der Abtrag des Oberbodens durch Wasser oder Wind. Sie trifft einen erheblichen Teil der Ackerflächen und ist die wichtigste Ursache dauerhaften Ertragsverlusts.
Bodenerosion ist ein natürlicher Vorgang, den intensive Bewirtschaftung stark beschleunigt. Zwei Formen sind maßgeblich:
Wassererosion (die häufigere):
- Regentropfen zerschlagen die Bodenaggregate, das Wasser schwemmt die Teilchen hangabwärts — der Abtrag liegt bei 2 bis 50 t Boden je Hektar und Jahr.
- Am stärksten gefährdet sind Hanglagen über 8 %, lange Schläge in Gefällerichtung sowie Reihenkulturen wie Mais, Zuckerrübe und Kartoffeln mit später Bodenbedeckung.
- Nach Starkregen über 50 mm in der Stunde kann der Abtrag an einem einzigen Tag 100 t/ha übersteigen — sichtbar an Rillen und Gräben im Schlag.
Winderosion:
- Betrifft trockene, leichte Böden mit wenig Struktur — in Deutschland vor allem die Sandböden Nordostdeutschlands, in Österreich das Marchfeld und das nördliche Burgenland.
- Der Abtrag ist mit 1 bis 10 t/ha und Jahr geringer, aber stetig.
Die Folgen:
- Verlust der fruchtbarsten Schicht — der Oberboden trägt den meisten Humus und die meisten Nährstoffe.
- Dauerhafte Ertragsminderung von 5 bis 25 %.
- Gewässerbelastung — mit dem Boden gelangt Phosphat in Bäche und Seen und begünstigt die Eutrophierung.
- Schäden in Ortslagen — abgeschwemmter Schlamm verstopft Kanäle und dringt in Keller ein.
Schutzmaßnahmen — nach GLÖZ 5 auf gefährdeten Flächen verpflichtend:
- Bewirtschaftung quer zum Hang statt in Gefällerichtung.
- Mulch- und Direktsaat — die Rückstände an der Oberfläche brechen die Aufprallenergie des Regens.
- Zwischenfrüchte über Winter — Bodenbedeckung in der kritischen Zeit.
- Begrünte Abflussrinnen und Randstreifen entlang von Gewässern.
- Windschutzhecken gegen Winderosion.
Wer die Auflagen der Erosionsschutzkulisse nicht einhält, muss mit Kürzungen der Direktzahlungen rechnen.