Winterweizen
Winterweizen ist die wichtigste Ackerkultur Deutschlands mit rund 2,7 Mio. ha. Saat im Herbst, Ernte im Juli, Ertrag 75 bis 80 dt/ha. Die Qualitätsgruppen E, A, B und C entscheiden über den Preis.
Winterweizen ist mit etwa 2,6 bis 2,8 Mio. Hektar die mit Abstand wichtigste Ackerkultur Deutschlands; in Österreich stehen rund 270.000 ha. Der mehrjährige Durchschnittsertrag liegt in Deutschland bei 75 bis 80 dt/ha, auf besten Standorten deutlich darüber.
Die Qualitätsgruppen sind der Kern der deutschen Weizenvermarktung und unterscheiden sich klar vom übrigen Europa:
| Gruppe | Bezeichnung | Rohprotein | Verwendung |
|---|---|---|---|
| E | Eliteweizen | ab ca. 14 % | Aufmischweizen, Export |
| A | Qualitätsweizen | ab ca. 13 % | Brot- und Brötchenmehl |
| B | Brotweizen | ab ca. 12 % | Standardbackware |
| C | Keks- und Futterweizen | unter 12 % | Gebäck, Futter |
Neben dem Protein zählen die Fallzahl als Maß für die Auswuchsfestigkeit — gefordert werden meist mindestens 220 Sekunden — und das Hektolitergewicht von mindestens 76 kg/hl. Reißt eine dieser Größen, rutscht die Partie in die nächste Gruppe oder in den Futterbereich; der Preisunterschied entscheidet über das Ergebnis des Schlages.
Anbau im Jahresverlauf:
- Saat von Ende September bis Ende Oktober; 280 bis 380 Körner/m² je nach Termin, 2 bis 4 cm tief. Späte Saat ist der wirksamste Hebel gegen Acker-Fuchsschwanz und Virusvektoren
- Vorfrucht: Raps, Körnerleguminosen und Zuckerrüben sind günstig. Mais ist die kritische Vorfrucht, weil die Stoppeln Fusarium tragen — dann ist wendende Bodenbearbeitung oder zumindest gründliches Zerkleinern Pflicht
- Stickstoff in drei Gaben — Andüngung zu Vegetationsbeginn, Schossergabe zu BBCH 31/32, Qualitätsgabe zum Ährenschieben. Die Gesamtmenge ergibt sich verbindlich aus der Düngebedarfsermittlung nach Düngeverordnung; in roten Gebieten ist sie um 20 % zu unterschreiten
- Fungizide in ein bis drei Behandlungen; die Fahnenblattbehandlung ist die wichtigste, die Ährenbehandlung gegen Fusarium die qualitätsentscheidende
- Ernte ab Ende Juli bei 14 % Kornfeuchte
Die wichtigsten Krankheiten sind Blattdürre (Septoria) als Leitkrankheit, Roste und Ährenfusariose; bei den Ungräsern dominiert der Acker-Fuchsschwanz mit verbreiteter Herbizidresistenz.
Wirtschaftlich ist Weizen eine Kultur mit schmaler Marge: Erlös und Direktkosten liegen eng beieinander, sodass Direktzahlungen und Qualitätszuschläge regelmäßig über das Ergebnis entscheiden. Preise bewegen sich als Richtwert zwischen 180 und 230 €/t, orientiert am MATIF (Euronext Paris) zuzüglich Basis.