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Pflanzenschutz

Roste

Auch: Gelbrost, Braunrost, Schwarzrost, Puccinia

Roste sind Pilzkrankheiten mit auffällig gefärbten Sporenlagern; der Gelbrost ist in Mitteleuropa der explosivste und gefährlichste von ihnen.

Roste sind obligat biotrophe Pilze der Gattung *Puccinia*, die auffällige, pulverige Sporenlager auf Blättern und Halmen bilden. Drei Arten sind im Getreide bedeutsam.

Gelbrost (*Puccinia striiformis*) bildet zitronengelbe Pusteln, die auf entwickelten Blättern in Streifen entlang der Blattadern angeordnet sind — das sicherste Erkennungsmerkmal. Er ist der gefährlichste der drei: Er beginnt schon bei 10 bis 15 °C, also sehr früh im Frühjahr, breitet sich bei kühl-feuchter Witterung explosionsartig aus und kann in wenigen Wochen 40 bis 50 % Ertrag kosten. Ab 2011 sorgte die neue Rassengruppe Warrior dafür, dass zuvor als resistent geltende Sorten schlagartig anfällig wurden — ein Beispiel dafür, wie schnell Sortenresistenz zusammenbrechen kann.

Braunrost (*P. triticina*) zeigt rostbraune, ungeordnet verteilte Pusteln. Er braucht Wärme von 15 bis 22 °C und tritt daher später auf, meist ab der Blüte. Weil er das Fahnenblatt in der Kornfüllung angreift, ist auch er ertragsrelevant.

Schwarzrost (*P. graminis*) galt in Mitteleuropa lange als verschwunden, tritt seit einigen Jahren aber in warmen Sommern wieder auf.

Der Zwischenwirt ist historisch aufschlussreich: Der Schwarzrost braucht für seinen vollständigen Zyklus die Berberitze. Deren großflächige Ausrottung im 19. und 20. Jahrhundert war eine der ersten organisierten Pflanzenschutzmaßnahmen der Geschichte.

Bekämpfung: Roste gehören zu den wenigen Getreidekrankheiten, bei denen Azole und Strobilurine noch zuverlässig wirken — hier ist der Strobilurinanteil im Fungizid tatsächlich sinnvoll, anders als gegen Blattdürre (Septoria). Weil sich Gelbrost so schnell aufbaut, ist eine kurative Behandlung bei Befallsbeginn möglich und wirksam; entscheidend ist die regelmäßige Bestandeskontrolle ab dem Schossen. Vorbeugend ist die Sortenresistenz der stärkste Hebel — mit dem genannten Vorbehalt, dass sie brechen kann.

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