DE

Die Texte auf dieser Website entstehen mit Hilfe künstlicher Intelligenz. So arbeiten wir

Pflanzenschutz

Ährenfusariose

Auch: Fusarium, Partieller Taubährigkeit, Fusarium graminearum

Die Ährenfusariose ist weniger ein Ertrags- als ein Qualitätsproblem: Der Pilz bildet Mykotoxine, für die gesetzliche Höchstgehalte gelten.

Verursacht wird die Ährenfusariose von mehreren *Fusarium*-Arten, in Mitteleuropa vor allem *F. graminearum* und *F. culmorum*. Befallene Ährchen bleichen vorzeitig aus, während der Rest der Ähre grün bleibt — daher der Name partielle Taubährigkeit. Bei feuchter Witterung zeigt sich an der Basis der Ährchen ein lachsrosa Sporenlager.

Der eigentliche Schaden ist nicht der Ertrag, sondern das Gift. *Fusarium* bildet Mykotoxine, allen voran Deoxynivalenol (DON) und Zearalenon (ZEA). Für sie gelten EU-weit gesetzliche Höchstgehalte in Lebensmitteln und Orientierungswerte in Futtermitteln. Eine Partie, die den DON-Grenzwert überschreitet, ist nicht verkehrsfähig — unabhängig davon, wie gut Ertrag und Hektolitergewicht sind. Schweine reagieren auf DON besonders empfindlich; schon geringe Gehalte senken Futteraufnahme und Fruchtbarkeit.

Das Infektionsfenster ist extrem eng. Infiziert wird ausschließlich während der Blüte, BBCH 61 bis 69, und nur, wenn es in dieser Zeit regnet oder länger feucht ist. Regnet es zur Blüte nicht, gibt es praktisch keinen Befall — egal wie hoch der Ausgangsdruck war.

Die Bekämpfung ist zu drei Vierteln ackerbaulich, und das ist der entscheidende Punkt:

  1. Vorfrucht — Mais ist der Risikofaktor Nummer eins, weil *Fusarium* auf Maisstoppeln überdauert. Weizen nach Mais bei pflugloser Bestellung ist die gefährlichste Konstellation überhaupt
  2. Stoppelbearbeitung — gründliches Zerkleinern und Einmischen der Maisstoppeln senkt das Inokulum erheblich; wendende Bearbeitung ist die sicherste Variante
  3. Sortenwahl — die Anfälligkeitseinstufungen des Bundessortenamtes unterscheiden sich stark
  4. Fungizid zur Blüte — mit Prothioconazol oder Metconazol, siehe Prothioconazol, ausgebracht innerhalb weniger Tage nach dem infektionsgünstigen Regen; Prognosemodelle der Länderdienste unterstützen die Terminierung

Ein Fungizid allein kann eine falsche Fruchtfolge nicht ausgleichen — es senkt den DON-Gehalt typischerweise um die Hälfte, nicht auf null.

← Zurück zum Glossar