Sommerweizen
Sommerweizen ist in Deutschland eine Nischen- und Ersatzkultur mit rund 40.000 ha — meist gesät, wenn der Winterweizen ausgewintert ist.
Sommerweizen steht in Deutschland auf rund 30.000 bis 50.000 Hektar und ist damit eine ausgesprochene Nischenkultur. Seine Bedeutung schwankt stark von Jahr zu Jahr, denn er ist in erster Linie Ersatzkultur: Wenn Winterweizen ausgewintert ist oder eine nasse Herbstbestellung misslungen ist, wird im Frühjahr nachgesät.
Der Vergleich mit dem Winterweizen:
| Merkmal | Winterweizen | Sommerweizen |
|---|---|---|
| Saat | Ende September bis Oktober | Februar bis Anfang April |
| Vegetationszeit | 280–310 Tage | 110–140 Tage |
| Ertrag | 75–80 dt/ha | 45–60 dt/ha |
| Stickstoffbedarf | 180–220 kg N/ha | 120–160 kg N/ha |
| Bestockung | stark | schwach |
Die kurze Vegetationszeit bestimmt alles. Sommerweizen bestockt kaum, weshalb die Saatstärke mit 400 bis 500 Körnern/m² deutlich höher liegt. Er muss außerdem so früh wie möglich in den Boden — jede Woche Verzug ab Mitte März kostet spürbar Ertrag, weil die Kornfüllung dann in die Sommertrockenheit fällt.
Zwei Argumente sprechen unabhängig von der Ersatzfunktion für ihn:
Erstens die Backqualität: Sommerweizensorten erreichen regelmäßig hohe Proteingehalte und gehören zu den stärksten Aufmischweizen; im Ökolandbau ist er deshalb eine feste Größe.
Zweitens die Fruchtfolgewirkung: Eine Sommerung in einer winterungslastigen Fruchtfolge unterbricht den Entwicklungszyklus des Acker-Fuchsschwanzes wirksamer als jede Herbizidstrategie. Auf Betrieben mit Resistenzproblemen gewinnt er gerade deshalb wieder an Bedeutung.
Die Schwäche ist die Trockenheitsempfindlichkeit: Der flache Wurzelraum und die späte Kornfüllung machen ihn in trockenen Frühsommern anfällig — genau in den Jahren also, die häufiger werden.