Ertrag (t/ha)
Der Ertrag ist die geerntete Menge je Flächeneinheit — im deutschsprachigen Raum meist in Dezitonnen je Hektar angegeben.
Der Ertrag beziffert die geerntete Menge je Hektar. Achtung bei der Einheit: Im deutschsprachigen Raum ist die übliche Angabe dt/ha (Dezitonnen je Hektar, also 100 kg/ha) und nicht t/ha. Ein Weizenertrag von 80 dt/ha entspricht 8 t/ha — bei Vergleichen mit internationalen Quellen, die in t/ha rechnen, ist das die häufigste Fehlerquelle.
Orientierungswerte in Deutschland im mehrjährigen Mittel: Winterweizen 75 bis 80 dt/ha, Wintergerste 70 bis 75, Winterraps 35 bis 38, Körnermais 90 bis 100, Zuckerrüben 700 bis 800 dt/ha. Österreich liegt wegen des höheren Anteils trockener und alpiner Lagen im Mittel darunter.
Zwei Angaben, die verwechselt werden: Der Ertrag wird auf Standardfeuchte bezogen — 14 % bei Getreide, 9 % bei Raps, 14 % bei Körnermais. Frisch gedroschene Ware mit höherer Feuchte wiegt mehr, liefert aber nicht mehr Ertrag; die Abrechnung erfolgt nach Trocknung beziehungsweise mit Abzug.
Was den Ertrag begrenzt, folgt dem Minimumgesetz: Es entscheidet der knappste Faktor, nicht die Summe aller Faktoren. In Mitteleuropa ist das zunehmend Wasser, gefolgt von Bodengüte, Fruchtfolge und Bestandesführung.
Der Ertrag allein ist keine betriebswirtschaftliche Größe. Der höchste Ertrag ist selten der wirtschaftlichste — entscheidend sind Deckungsbeitrag und Grenzertrag: Ab einem gewissen Punkt kostet jede zusätzliche Einheit Dünger oder Pflanzenschutz mehr, als sie an Mehrertrag einbringt. Ertragskarten aus dem Mähdrescher liefern die Datengrundlage für Applikationskarte.
Häufige Fragen
Wie wird der Ertrag berechnet?
Als geerntete Menge geteilt durch die Fläche, bezogen auf die Standardfeuchte der jeweiligen Kultur.
Was ist der Unterschied zwischen dt/ha und t/ha?
Eine Dezitonne sind 100 kg — 80 dt/ha entsprechen 8 t/ha. Im deutschsprachigen Raum ist dt/ha üblich.