Streifenbearbeitung (Strip-Till)
Beim Strip-Till wird nur der Saatstreifen bearbeitet und gedüngt, während der Zwischenraum unberührt und bedeckt bleibt.
Strip-Till bearbeitet ausschließlich einen 15 bis 25 cm breiten Streifen, in den anschließend gesät wird. Der Bereich dazwischen bleibt unbearbeitet und von Mulch oder Zwischenfruchtresten bedeckt. Das Verfahren steht damit zwischen der ganzflächigen Bearbeitung und der Direktsaat und verbindet Vorzüge beider.
Der Streifen wird von einem Zinken auf 20 bis 30 cm gelockert, von Ernterückständen freigeräumt und von Wellscheiben rückverfestigt. Er trocknet ab und erwärmt sich rasch — das ist bei Mais und Rüben entscheidend, die auf kalte Böden empfindlich reagieren und in reiner Direktsaat oft ungleichmäßig auflaufen.
Der eigentliche Trumpf ist die Unterfußdüngung. Beim Bearbeiten wird der Dünger — meist Stickstoff und Phosphor, zunehmend auch Gülle mit Injektionstechnik — in 15 bis 20 cm Tiefe in ein Band unter die spätere Saatreihe abgelegt. Die junge Wurzel findet ihn genau dort, wo sie hinwächst. Das erhöht die Nährstoffeffizienz spürbar, senkt Ammoniakverluste und ist bei Gülle zugleich ein Weg, die Vorgaben zur bodennahen Ausbringung zu erfüllen.
Was der unbearbeitete Zwischenraum leistet: Er hält die Mulchdecke, bremst Erosion und Verschlämmung erheblich, speichert Wasser und ist tragfähiger bei der Überfahrt. Auf erosionsgefährdeten Hanglagen — nach GLÖZ 5 ein Thema mit rechtlicher Relevanz — ist Strip-Till in Mais und Rüben eines der wirksamsten verfügbaren Verfahren.
Die Voraussetzung ist Präzision. Streifen und spätere Saatreihe müssen exakt zusammenfallen; ohne RTK-Spurführung ist das nicht sicher zu machen, siehe RTK-Basisstation. Gearbeitet wird entweder im Herbst mit Saat im Frühjahr oder unmittelbar vor der Saat.
Grenzen: hoher Zugkraftbedarf, teure Technik, und auf staunassen oder stark verdichteten Böden ist das Verfahren nicht die richtige Antwort — dort muss zuerst die Ursache behoben werden.