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Präzisionslandwirtschaft

Regenerative Landwirtschaft

Auch: regenerativer Ackerbau, Aufbauende Landwirtschaft

Die regenerative Landwirtschaft stellt den Bodenaufbau ins Zentrum — Humusmehrung, dauerhafte Bodenbedeckung und lebendige Durchwurzelung statt bloßer Schadensbegrenzung.

Regenerative Landwirtschaft ist kein geschützter Begriff und kein Zertifizierungssystem, sondern ein Bündel von Grundsätzen, deren gemeinsamer Nenner der Bodenaufbau ist. Anders als der Ökolandbau, der über eine EU-Verordnung definiert ist, lässt sie sich konventionell wie ökologisch betreiben.

Die fünf Grundsätze, auf die sich die Praxis weitgehend geeinigt hat:

  1. Bodenstörung minimieren — reduzierte oder pfluglose Bearbeitung, damit Pilzgeflechte und Gefüge erhalten bleiben
  2. Boden dauerhaft bedeckt halten — Zwischenfrüchte, Untersaaten, Mulchauflage; nackter Boden ist der Ausgangspunkt fast aller Probleme
  3. Lebende Wurzeln möglichst ganzjährig — Wurzelausscheidungen ernähren das Bodenleben; ein Boden ohne Wurzel ist ein Boden ohne Nahrung
  4. Vielfalt erhöhen — weite Fruchtfolgen, Mischkulturen, artenreiche Zwischenfruchtmischungen
  5. Tiere integrieren, wo möglich — Weidegang und Wirtschaftsdünger schließen den Nährstoffkreislauf

Was belegt ist und was nicht — hier lohnt Nüchternheit. Gut belegt sind die Wirkungen auf Aggregatstabilität, Infiltration, Erosionsschutz und Wasserhaltefähigkeit; das sind unmittelbar messbare, praktisch spürbare Effekte, die gerade in Trockenjahren zählen. Deutlich schwächer belegt sind die oft genannten Zahlen zum Humusaufbau: Die Zuwächse sind in gemäßigten Klimaten langsam, standortabhängig und in Feldversuchen erst über Jahrzehnte sicher nachweisbar. Wer regenerative Landwirtschaft als schnelle Klimalösung verkauft, überzieht.

Die praktischen Hürden sind real: In den ersten Jahren der Umstellung sinken die Erträge häufig, weil der Stickstoff zunächst in der aufgebauten organischen Substanz gebunden wird. Die pfluglose Bestellung erhöht den Druck durch Ungräser und Schnecken. Und ohne Pflug steigt in der Umstellungsphase oft der Herbizidbedarf — ein Zielkonflikt, der offen benannt gehört.

Förderrechtlich sind viele Einzelbausteine in Deutschland anrechenbar: Bodenbedeckung nach GLÖZ 6, Fruchtwechsel nach GLÖZ 7, die Öko-Regelung 2 für vielfältige Kulturen sowie zahlreiche Agrarumweltmaßnahmen der Länder.

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