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Ackerbau

Mykorrhiza

Auch: Mykorrhizapilze, arbuskuläre Mykorrhiza, AMF

Die Mykorrhiza ist die Symbiose zwischen Pilzen und Pflanzenwurzeln — der Pilz erschließt Nährstoffe und Wasser, die Pflanze liefert Zucker.

Mykorrhiza bezeichnet die Lebensgemeinschaft von Bodenpilzen mit Pflanzenwurzeln. Der Pilz durchzieht mit seinen feinen Hyphen ein Bodenvolumen, das die Wurzel selbst nie erreichen könnte, und liefert daraus Phosphor, Zink, Kupfer und Wasser; im Gegenzug erhält er bis zu 20 % der von der Pflanze gebildeten Assimilate.

Für den Ackerbau zählt die arbuskuläre Mykorrhiza (AMF), die mit rund 80 % aller Landpflanzen eine Symbiose eingeht — darunter Getreide, Mais, Sonnenblume, Leguminosen und Kartoffel.

Eine wichtige Ausnahme, die in der Fruchtfolgeplanung zählt: Kreuzblütler wie Raps und Senf sowie Gänsefußgewächse wie Zuckerrübe und Spinat gehen keine Mykorrhiza ein. Nach diesen Kulturen ist das Pilzgeflecht im Boden entsprechend schwach ausgeprägt, was sich auf die Phosphorversorgung der Folgekultur — besonders bei Mais in kalten Frühjahren — spürbar auswirken kann.

Der größte Nutzen liegt beim Phosphor. Er ist im Boden kaum beweglich; um die Wurzel entsteht rasch eine Verarmungszone. Die Pilzhyphen überbrücken diese Zone und erschließen Phosphor aus einem Vielfachen des Volumens. Bei niedriger Phosphorversorgung kann die Mykorrhiza einen erheblichen Teil der Aufnahme leisten — bei hoher Düngung stellt die Pflanze die Symbiose dagegen weitgehend ein, weil sie den Aufwand nicht mehr braucht.

Daraus folgt der praktische Punkt: Hohe Phosphordüngung unterdrückt die Mykorrhiza. Wer sie fördern will, düngt bedarfsgerecht statt großzügig.

Was das Pilzgeflecht sonst noch schädigt: intensive, wendende Bodenbearbeitung, die die Hyphennetze mechanisch zerreißt; lange bewuchslose Phasen ohne Wirtspflanze; sowie einzelne Fungizide.

Was es fördert: reduzierte Bearbeitung, ganzjährige Durchwurzelung über Zwischenfrüchte und weite, mykorrhizafreundliche Fruchtfolgen — genau die Grundsätze der Regenerative Landwirtschaft.

Zu Impfpräparaten ist Zurückhaltung angebracht: In mitteleuropäischen Ackerböden sind Mykorrhizapilze natürlich vorhanden, sodass eine Impfung meist keinen zusätzlichen Effekt bringt. Sinnvoll ist sie in Substratkulturen, in der Rekultivierung und im Gartenbau.

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