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Düngemittel

Pflanzenkohle

Auch: Biochar, Biokohle, Terra-Preta-Substrat

Pflanzenkohle entsteht durch Pyrolyse von Biomasse unter Luftabschluss; sie ist extrem stabil und bindet Kohlenstoff langfristig.

Pflanzenkohle entsteht, wenn Biomasse — Holz, Ernterückstände, Gärreste — bei 400 bis 700 °C unter Luftabschluss verkohlt wird. Das Ergebnis ist ein poröser, kohlenstoffreicher Feststoff mit einer inneren Oberfläche von mehreren hundert Quadratmetern je Gramm.

Die Idee stammt aus dem Amazonasgebiet: Die Terra Preta, jahrhundertealte, von Menschen geschaffene Schwarzerden, verdanken ihre außergewöhnliche Fruchtbarkeit einem hohen Anteil an Holzkohle — ein Beleg dafür, dass der eingebrachte Kohlenstoff über Jahrhunderte stabil bleibt.

Was sie leistet und was nicht — hier gehen Anspruch und Beleglage auseinander:

Gut belegt ist die Kohlenstoffstabilität: Anders als Humus wird Pflanzenkohle von Mikroorganismen kaum abgebaut und bleibt über Jahrhunderte im Boden. Das macht sie zu einer der wenigen wirklich dauerhaften Kohlenstoffsenken in der Landwirtschaft — und deshalb zur bevorzugten Methode im entstehenden Zertifikatsmarkt, siehe Carbon Farming.

Ebenfalls belegt sind die physikalischen Wirkungen: Wasserhalte- und Sorptionsvermögen steigen, was auf leichten Sandböden spürbar ist.

Deutlich uneinheitlicher ist die Beleglage zum Ertrag. In tropischen, stark verwitterten Böden sind erhebliche Zuwächse dokumentiert; in mitteleuropäischen, ohnehin gut versorgten Ackerböden fallen die Effekte klein aus oder bleiben aus. Wer sie hier einsetzt, sollte es wegen der Kohlenstoffbindung tun, nicht wegen des erwarteten Mehrertrags.

Wichtig für die Anwendung: Frische Pflanzenkohle ist zunächst nährstoffleer und kann Nährstoffe binden, statt sie abzugeben — sie sollte deshalb vor der Ausbringung mit Kompost oder Gülle aufgeladen werden.

Rechtlich ist Vorsicht geboten und die Lage differenziert: In der EU ist Pflanzenkohle als Futtermittelzusatzstoff zugelassen und wird in der Tierhaltung sowie in der Einstreu und Güllebehandlung eingesetzt. Für die Verwendung als Düngemittel oder Bodenhilfsstoff gelten die düngemittelrechtlichen Vorgaben; maßgeblich sind Ausgangsmaterial, Schadstoffgehalte — vor allem PAK und Schwermetalle — und die Einhaltung anerkannter Qualitätsstandards wie des European Biochar Certificate (EBC). Nicht jede selbst hergestellte Holzkohle ist verkehrsfähig.

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