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Ackerbau

Kalkung

Auch: Kalken, Erhaltungskalkung, Gesundungskalkung

Die Kalkung bringt kalkhaltige Stoffe in den Boden ein, um den pH-Wert anzuheben und Calcium zu ergänzen. Eine langfristige Grundlage der Bodenfruchtbarkeit — je nach pH alle vier bis acht Jahre.

Die Kalkung dient drei Zielen zugleich:

  1. Anhebung des pH-Werts in den für die Kultur optimalen Bereich.
  2. Ergänzung von Calcium als Nährstoff — die Pflanzen entziehen jährlich mehrere Dutzend Kilogramm je Hektar, dazu kommen Auswaschungsverluste.
  3. Verbesserung des Bodengefüges — Calcium verkittet die Tonteilchen zu stabilen Krümeln, was Verschlämmung und Erosion mindert.

Die wichtigsten Kalkformen:

  • Kohlensaurer Kalk (CaCO₃) — der Standard, günstig und mild, Wirkung über mehrere Monate; Aufwand 2 bis 6 t/ha.
  • Kohlensaurer Magnesiumkalk (Dolomit) — für magnesiumarme Böden.
  • Branntkalk (CaO) — schnell und aggressiv wirksam, Aufwand 0,8 bis 2,5 t/ha; er verbessert zugleich die Krümelstruktur schwerer Böden, darf aber nicht auf junge Bestände.
  • Mischkalk und Konverterkalk — Nebenprodukte der Stahlerzeugung, oft mit Spurennährstoffen.
  • Carbokalk — Rückstand der Zuckererzeugung, günstig und mit organischer Substanz.

Wann gekalkt wird:

  • Die Bodenuntersuchung alle vier bis sechs Jahre liefert pH-Wert und Bodenart — beide zusammen bestimmen den Bedarf, denn ein Sandboden braucht bei gleichem pH deutlich weniger Kalk als ein Tonboden.
  • Unter pH 5,5 ist eine Gesundungskalkung fällig, aufgeteilt auf zwei Gaben in aufeinanderfolgenden Jahren.
  • Im Optimalbereich genügt die Erhaltungskalkung, die lediglich Entzug und Auswaschung ausgleicht.
  • Über dem Optimum wird nicht gekalkt — zu hohe pH-Werte blockieren die Aufnahme von Mangan, Zink und Bor.

Der beste Zeitpunkt ist der Sommer nach der Ernte auf der Stoppel, mit anschließender flacher Einarbeitung. Kalk sollte nicht gemeinsam mit Harnstoff oder Gülle ausgebracht werden — das begünstigt Ammoniakverluste.

Wirtschaftlich zählt die Kalkung zu den lohnendsten Maßnahmen überhaupt: Eine Anhebung um 0,5 pH-Einheiten bringt auf versauerten Standorten regelmäßig 5 bis 15 % Mehrertrag, bei überschaubaren Kosten von etwa 150 bis 400 €/ha je Gabe.

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