Mulchgerät (Mulcher)
Das Mulchgerät zerkleinert Pflanzenmasse — Stoppeln, Ernterückstände, Aufwuchs und leichtes Gehölz. Angetrieben über die Zapfwelle, angebaut im Dreipunkt.
Der Mulcher zerkleinert Pflanzenmasse mit rotierenden Schlegeln oder Messern und legt sie gleichmäßig auf der Fläche ab.
Zwei Bauarten:
- Schlegelmulcher — waagerechte Welle mit pendelnd aufgehängten Schlegeln. Er zerkleinert sehr fein, arbeitet auch in dichtem Aufwuchs und ist der Standard für Stoppeln und Ernterückstände.
- Sichelmulcher — senkrechte Wellen mit frei schwingenden Messern. Er braucht weniger Leistung und arbeitet schneller, zerkleinert aber gröber. Verbreitet in der Landschaftspflege und im Grünland.
Arbeitsbreiten:
- 1,2 bis 2 m — Obst- und Weinbau, Kommunaltechnik.
- 2,5 bis 4 m — Ackerbau.
- 4 bis 8 m — Großbetriebe und Lohnunternehmen, meist als Klappausführung.
Einsatz:
- Stoppelmulchen nach der Getreideernte — beschleunigt den Strohabbau und regt Ausfallgetreide zum Keimen an.
- Grünlandpflege — Nachmulchen von Weideresten und Geilstellen, ein bis zwei Mal jährlich.
- Zwischenfrüchte vor der Einarbeitung.
- Maisstoppeln — das feine Zerschlagen der Stängel ist die wirksamste Maßnahme gegen den Maiszünsler und mindert zugleich das Fusariumrisiko der Folgefrucht. In mehreren Regionen ist die Stoppelbearbeitung nach Mais deshalb behördlich vorgeschrieben.
- Blühflächen und Brachen — der vorgeschriebene Pflegeschnitt, außerhalb der Brut- und Setzzeit.
Antrieb: Zapfwelle mit 540 oder 1 000 min⁻¹, Leistungsbedarf je nach Breite etwa 40 bis 150 PS.
Wichtige Hersteller: Müthing, Maschio Gaspardo, Kuhn, Berti, Vogel & Noot, Fella.
‼️ Sicherheit: Mulcher schleudern Steine mit hoher Energie fort. Der Schutzbehang muss vollständig sein, und Personen dürfen sich nicht im Gefahrenbereich aufhalten.