Hektolitergewicht
Das Hektolitergewicht ist die Masse von 100 Litern Getreide in Kilogramm — das schnellste Qualitätsmerkmal bei der Annahme.
Das Hektolitergewicht gibt an, wie viel 100 Liter Getreide wiegen, angegeben in kg/hl. Gemessen wird es mit einem genormten Schüttgewichtsmesser direkt an der Annahmestelle — es ist damit das schnellste und am häufigsten verwendete Qualitätsmerkmal überhaupt.
Was es aussagt: Ein hohes Hektolitergewicht steht für gut ausgebildete, prall gefüllte Körner und damit für einen hohen Mehlausbeutewert. Niedrige Werte deuten auf Schmachtkorn nach Trockenheit oder Krankheitsbefall, auf Auswuchs oder auf hohen Besatzanteil.
Übliche Anforderungen:
| Getreide | kg/hl |
|---|---|
| Brotweizen | mind. 76–78 |
| Roggen | mind. 71–73 |
| Braugerste | mind. 66–68 |
| Futtergerste | mind. 62–64 |
| Hafer | mind. 50–52 |
Warum es wirtschaftlich unmittelbar zählt: Bei den meisten Kontrakten für Brotweizen ist das Hektolitergewicht neben Proteingehalt und Fallzahl ein Aufnahmekriterium. Wird der Mindestwert unterschritten, geht die Partie mit Abschlag in den Futterbereich — der Preisunterschied zwischen Brot- und Futterweizen entscheidet dann über das Ergebnis des ganzen Schlages.
Was bei der Interpretation zu beachten ist: Der Wert hängt von der Kornfeuchte ab — feuchtes Getreide schüttet lockerer und wiegt je Hektoliter weniger. Verglichen wird deshalb nur bei Standardfeuchte. Und die Schüttdichte reagiert empfindlich auf Besatz und Kornform; das Hektolitergewicht ersetzt weder Fallzahl noch Proteinbestimmung, sondern ergänzt sie.
Häufige Fragen
Wie wird das Hektolitergewicht gemessen?
Mit einem genormten Schüttgewichtsmesser, der die Masse von 100 Litern Getreide bestimmt.
Warum ist das Hektolitergewicht wichtig?
Es ist ein Aufnahmekriterium bei Brotgetreide — wird der Mindestwert unterschritten, geht die Partie mit Abschlag in den Futterbereich.