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Förderung und Markt

Vorkontrakt (Forward)

Auch: Forward, Vorverkauf, Terminverkauf

Der Vorkontrakt ist ein individuell vereinbarter Vertrag über Lieferung einer bestimmten Menge zu einem festen Preis und Termin.

Beim Vorkontrakt vereinbaren Landwirt und Händler jetzt Menge, Qualität, Preis und Liefertermin für eine Lieferung in der Zukunft. In der Praxis ist das das meistgenutzte Instrument der Preisabsicherung in der deutschen und österreichischen Landwirtschaft — deutlich häufiger als der direkte Handel am Terminmarkt.

Der Unterschied zum Terminkontrakt: Der Vorkontrakt ist eine individuelle Vereinbarung zwischen zwei Parteien mit frei verhandelbarer Menge — auch 30 oder 80 Tonnen — und ohne Nachschusspflicht. Der Terminkontrakt ist standardisiert, börsengehandelt, über die Clearingstelle abgesichert und jederzeit glattstellbar, verlangt dafür aber Sicherheitsleistungen. Für die meisten Betriebe ist der Vorkontrakt deshalb der praktikablere Weg; der Händler sichert seinerseits über den MATIF (Euronext Paris) ab.

Das Risiko, das oft unterschätzt wird: Der Vorkontrakt ist eine feste Lieferverpflichtung. Fällt die Ernte durch Trockenheit, Hagel oder Auswuchs schlechter aus als geplant, muss die zugesagte Menge trotzdem geliefert werden — notfalls durch Zukauf zum dann womöglich hohen Marktpreis. Daraus folgt die Faustregel, nur einen Teil der erwarteten Ernte vorzuverkaufen, etwa 30 bis 50 %, und diesen Anteil erst mit fortschreitender Ertragssicherheit zu erhöhen.

Ebenso wichtig ist die Qualitätsklausel: Wird Mahlweizen kontrahiert und die Partie erreicht die Fallzahl nicht, greifen Abschläge oder der Kontrakt muss anders erfüllt werden. Die Bedingungen zu Proteingehalt, Fallzahl, Feuchte und Besatz gehören deshalb ebenso sorgfältig gelesen wie der Preis — ebenso wie die Frage, wer bei Lieferverzug welche Kosten trägt und ob der Händler bei Ernteausfall auf die Erfüllung besteht.

Häufige Fragen

Was ist ein Vorkontrakt?

Eine individuelle Vereinbarung über die Lieferung einer bestimmten Menge zu festem Preis und Termin in der Zukunft.

Worin unterscheiden sich Vorkontrakt und Terminkontrakt?

Der Vorkontrakt ist individuell zwischen zwei Parteien vereinbart und ohne Nachschusspflicht; der Terminkontrakt ist standardisiert, börsengehandelt und jederzeit glattstellbar.

Welches Risiko birgt ein Vorkontrakt?

Es besteht eine feste Lieferpflicht — bei Ernteausfall muss die Menge notfalls zugekauft werden. Deshalb sollte nur ein Teil der erwarteten Ernte vorverkauft werden.

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