Öffentliche Intervention
Bei der öffentlichen Intervention kauft die EU Agrarerzeugnisse zu einem festen Preis auf, wenn der Marktpreis darunter fällt, und stützt so den Markt von unten.
Die öffentliche Intervention ist ein Sicherheitsnetz der gemeinsamen Marktorganisation: Fällt der Marktpreis eines Erzeugnisses unter den festgelegten Interventionspreis, kauft die EU über die nationalen Zahlstellen bestimmte Mengen auf und lagert sie ein. Das nimmt Ware vom Markt und setzt dem Preisverfall eine Untergrenze.
Die Intervention steht heute nur noch für wenige Erzeugnisse offen — vor allem Weichweizen, Hartweizen, Gerste, Mais, Rohreis, Rind- und Kalbfleisch, Butter und Magermilchpulver. Für Weichweizen liegt der Interventionspreis seit Jahren unverändert bei 101,31 €/t und damit weit unter dem üblichen Marktniveau, sodass das Instrument praktisch nur in schweren Krisen greift.
Seit den Reformen der 1990er- und 2000er-Jahre wurde die Intervention stark zurückgefahren: Die einst berüchtigten Butterberge und Milchseen waren die Folge zu hoch angesetzter Interventionspreise. Ergänzt wird sie heute durch die private Lagerhaltung, bei der die EU nicht selbst kauft, sondern Lagerkosten bezuschusst.
Häufige Fragen
Wozu dient die öffentliche Intervention?
Sie stabilisiert den Markt, indem die EU Erzeugnisse zu einem festen Preis aufkauft, wenn der Marktpreis darunter fällt.
Wie funktioniert die Intervention?
Die EU legt einen Interventionspreis fest; unterschreitet der Markt ihn, kaufen die nationalen Zahlstellen bestimmte Mengen auf und lagern sie ein.
Welche Erzeugnisse sind interventionsfähig?
Vor allem Weichweizen, Hartweizen, Gerste, Mais, Rohreis, Rind- und Kalbfleisch, Butter und Magermilchpulver.