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Krankheiten und Schädlinge · Pflanzenschutz

Septoria-Blattdürre des Weizens

Zymoseptoria tritici

Die Septoria-Blattdürre, auch Blattseptoria genannt, ist in Mitteleuropa eine der bedeutendsten Blattkrankheiten des Weizens. Auf den Blättern bilden sich längliche gelbliche bis braune, von den Blattadern begrenzte Flecken, in denen kleine schwarze Fruchtkörper (Pyknidien) erkennbar sind. Die Krankheit schreitet von den unteren zu den oberen Blättern fort und kann bei feuchter Witterung auch das Fahnenblatt zerstören, was den Ertrag erheblich mindert.

3gefährdete Kulturen

Erreger

Pilz Zymoseptoria tritici (früher Septoria tritici / Mycosphaerella graminicola)

Symptome

Auf den Blättern entstehen zunächst kleine wässrige Flecken, die sich entlang der Blattadern zu unregelmäßigen gelbbraunen bis gräulichen Nekrosen mit dunklem Rand strecken. In den Flecken sind mit bloßem Auge schwarze Punkte sichtbar — Pyknidien mit Sporen. Der Befall schreitet von unten nach oben fort; bei starkem Druck sterben die oberen Blätter einschließlich des Fahnenblatts ab und der Bestand trocknet vorzeitig ein.

Wirtspflanzen

  • Winter- und Sommerweizen
  • Triticale
  • Vereinzelt weitere Gräser und Getreidearten

Ausbreitungsbedingungen

Die Primärinfektion geht von Ascosporen aus, die aus Ernterückständen freigesetzt werden; im Bestand breitet sich die Krankheit weiter über Konidien aus, die Regentropfen in höhere Blattetagen spritzen. Feuchte und milde Witterung (etwa 15 bis 20 °C) sowie lange Blattnässe fördern die Infektion. Dichte, üppige Bestände beschleunigen die Ausbreitung.

Schadwirkung und Bekämpfungsschwelle

Die Septoria-Blattdürre zählt zu den schädlichsten Blattkrankheiten des Weizens; die Schädigung der oberen Blätter und des Fahnenblatts senkt unmittelbar das Korngewicht. Die Ertragsverluste können bei starkem Befall und günstiger Witterung Zehnerprozente erreichen. Der Erreger neigt stark zur Resistenzbildung gegenüber Wirkstoffen.

Lebenszyklus und Infektionsquelle

Der Pilz überwintert an Ernterückständen des Weizens und im Winterweizen als Myzel. Ascosporen leiten die Frühjahrsinfektion der unteren Blätter ein, von wo sich die Krankheit im Verlauf des Frühjahrs polyzyklisch über Konidien in die oberen Etagen ausbreitet. Gefährlich ist vor allem die lange Latenzzeit von mehreren Wochen, in der der Befall nicht sichtbar ist.

Wirkstoffe zum Pflanzenschutz

Beispiele fungizider Wirkstoffe gegen diese Krankheit, keine Empfehlung eines bestimmten Mittels. Ob ein Mittel zugelassen ist und wie es dosiert wird, immer im amtlichen Pflanzenschutzmittelregister prüfen (Deutschland BVL, Österreich BAES, Tschechien ÚKZÚZ). Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.

  • prothioconazole
  • mefentrifluconazole
  • fluxapyroxad + mefentrifluconazole
  • benzovindiflupyr
  • folpet

Schutz und Vorbeugung

Wichtig sind der Anbau widerstandsfähigerer Sorten, der Verzicht auf Weizen nach Weizen und das Einarbeiten der Ernterückstände als Infektionsquelle. Der Fungizidschutz zielt auf die oberen Blätter und das Fahnenblatt im Stadium Schossen bis Ährenschieben; eingesetzt werden Azole und SDHI-Wirkstoffe, wobei Wechsel und Kombination der Wirkstoffe wegen der Resistenzgefahr angebracht sind. ‼️ Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln ist national geregelt — prüfen Sie sie in Deutschland beim BVL, in Österreich beim BAES beziehungsweise der AGES.

Gefährdete Kulturen 3

Häufige Fragen

Warum ist der Schutz des Fahnenblatts entscheidend?

Fahnenblatt und das darunterliegende Blatt bilden einen wesentlichen Teil der Assimilationsfläche, die das Korn füllt. Ihre Schädigung senkt unmittelbar Korngewicht und Ertrag, weshalb die Fungizidbehandlung so terminiert wird, dass sie diese Blätter schützt.

Wie breitet sich die Septoria-Blattdürre aus?

Die Primärinfektion geht von Ernterückständen aus (Ascosporen), im Bestand breitet sie sich dann über Konidien aus, die Regentropfen in höhere Blattetagen spritzen. Feuchte und milde Witterung fördert die Ausbreitung erheblich.

Warum ist Resistenz bei Septoria ein Problem?

Zymoseptoria tritici neigt stark zur Resistenzbildung, und in ganz Europa ist ein Wirkungsverlust bei zahlreichen Azolen und SDHI beschrieben. Empfohlen wird deshalb, Wirkstoffe mit unterschiedlichem Wirkmechanismus zu wechseln und zu kombinieren und einen Multisite-Wirkstoff beizugeben.

Wie unterscheidet man Septoria von anderen Blattflecken?

Charakteristisch sind längliche, von den Blattadern begrenzte Nekrosen mit sichtbaren schwarzen Pyknidien in den Flecken. Anders als die Roste bildet sie keine pulvrigen Sporenlager, und anders als der Mehltau keinen weißen Belag auf der Blattoberfläche.