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Geschichte und historische Begriffe

Brache

Auch: Brachland, Schwarzbrache, Stilllegung

Die Brache ist zeitweilig unbestelltes Ackerland, das sich erholen und Nährstoffe sammeln soll. In der historischen Dreifelderwirtschaft lag ein Drittel der Fläche jährlich brach; heute lebt sie in den nichtproduktiven Flächen der GAP fort.

Als Brache bezeichnet man Ackerland, das zeitweilig nicht bestellt wird, damit sich Nährstoffvorrat, Wasserhaushalt und Struktur des Bodens erholen. Bis ins 19. Jahrhundert war sie tragende Säule des europäischen Ackerbaus.

Die Dreifelderwirtschaft (siehe Dreifelderwirtschaft):

  • 1. Feld: Wintergetreide — Roggen oder Weizen
  • 2. Feld: Sommergetreide — Hafer oder Gerste
  • 3. Feld: Brache, beweidet oder geschwarzt

Ein Drittel der Fläche lag also jedes Jahr still. Ohne Mineraldünger war das die einzige Möglichkeit, die Fruchtbarkeit zu halten. Auf der Brache wurde in der Regel Vieh geweidet, das den Boden zugleich düngte, und mehrfach gepflügt, um Unkraut zu unterdrücken — daher der Ausdruck Schwarzbrache.

Das Ende der Brache brachten zwei Entwicklungen: die Erkenntnisse Justus von Liebigs zur Mineraldüngung ab den 1840er-Jahren und die Ammoniaksynthese von Haber und Bosch 1909. Schon vorher hatte die Norfolker Fruchtfolge — Klee, Weizen, Rüben, Gerste — gezeigt, dass eine Fruchtfolge mit Leguminosen und Hackfrüchten die Brache vollständig ersetzen kann.

Formen der Brache heute:

  • Grüne Brache — Selbstbegrünung oder eingesäte Blühmischung; die übliche Form der nichtproduktiven Fläche
  • Schwarzbrache — gepflügt und unbewachsen; aus Sicht des Erosionsschutzes heute problematisch und praktisch verschwunden
  • Blühflächen und Blühstreifen — gezielt für Bestäuber und Niederwild angelegt, siehe Blühstreifen
  • Rotationsbrache und Dauerbrache je nach Verpflichtungsdauer

Der agrarpolitische Rahmen: Nach GLÖZ 8 mussten Ackerbaubetriebe einen Mindestanteil nichtproduktiver Flächen vorhalten. Die Vorgabe wurde nach dem Ukrainekrieg ausgesetzt, für 2024 ließ sie sich ausnahmsweise auch über Zwischenfrüchte oder Leguminosen erfüllen, und in Deutschland galt sie nur bis Ende 2024. Brachen werden seither freiwillig über die Öko-Regelung 1a für nichtproduktive Ackerflächen und 1b für Blühstreifen gefördert.

Ökologisch ist die Brache eine der wirksamsten Einzelmaßnahmen überhaupt: Sie bietet Feldvögeln wie Feldlerche und Rebhuhn Deckung und Nahrung in einer Jahreszeit, in der geschlossene Getreidebestände beides verwehren.

Siehe auch Dreifelderwirtschaft, Fruchtfolge, Zwischenfrüchte, Blühstreifen, Regenerative Landwirtschaft.

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