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Anleitung Schritt für Schritt Schwierigkeit: Für Einsteiger

Mit dem Imkern anfangen: der komplette Leitfaden für Einsteiger

Wer mit der Imkerei beginnt, steht vor einer Reihe von Entscheidungen — wo die Beute stehen soll, welche Biene die richtige ist und wie man sich im ersten Jahr überhaupt orientiert. Ein guter Start erleichtert alle folgenden Jahre.

Der Schlüssel liegt nicht darin, sofort viele Völker zu halten, sondern den Jahreszyklus zu verstehen und die Signale eines Bienenvolks lesen zu lernen. Die meisten Anfängerfehler entstehen aus Untätigkeit oder umgekehrt aus zu häufigem Öffnen der Beuten — beides stresst das Volk unnötig.

Meldepflichten und rechtliche Grundlagen

Bienenhaltung ist meldepflichtig, und zwar unabhängig von der Zahl der Völker. In Deutschland melden Sie Ihren Bestand beim zuständigen Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse des jeweiligen Bundeslandes; die Standorte sind anzugeben und Änderungen mitzuteilen. In Österreich erfolgt die Meldung über das Veterinärinformationssystem (VIS). Melden Sie sich, bevor das erste Volk aufgestellt wird — nicht erst danach.

Neben der amtlichen Meldung lohnt der Blick in kommunale Vorschriften zur Aufstellung von Beuten, besonders im bebauten Gebiet. Auch die Nachbarn zu informieren gehört zu den guten Gepflogenheiten. Der Anschluss an einen örtlichen Imkerverein — unter dem Dach des Deutschen Imkerbundes beziehungsweise von Biene Österreich — bringt Ihnen Ansprechpartner, Schulungen und oft auch günstigere Bezugsquellen.

Standort und Beute wählen

Die Beute sollte an einem Platz mit Morgensonne, Windschutz und natürlichem Schutz vor Nässe stehen. Optimal ist ein Flugloch nach Südosten bis Süden. Die Bienen brauchen freien Raum zum An- und Abflug — das Flugloch sollte nicht direkt auf stark begangene Wege oder Spielplätze zeigen.

Für Einsteiger im deutschsprachigen Raum ist die Magazinbeute der verbreitetste Typ. Gängig sind die Maße Zander, Deutsch Normal und Dadant; im Alpenraum trifft man daneben auf die Kärntner Einheitsbeute. Wählen Sie das Maß, das Ihre Nachbarimker verwenden — dann können Sie Waben und Ableger austauschen.

Das erste Volk beschaffen

Ein im Frühjahr von einem erfahrenen Imker gekaufter Ableger eignet sich für Einsteiger besser als ein Kunstschwarm aus dem Versand. Beim Ableger übernehmen Sie direkt einen Teil der Tracht und ziehen eine an die örtlichen Bedingungen angepasste Königin heran. Wichtig ist, dass der Ableger frei von klinischen Krankheitszeichen ist und eine nachvollziehbare Historie der Varroabehandlung hat.

Eine sichere Wahl ist für den größten Teil des deutschsprachigen Raums die sanftmütige Kärntner Biene (Apis mellifera carnica), die in Deutschland und Österreich am weitesten verbreitet und bei geprüften Züchtern gut verfügbar ist.

Ablauf der ersten Saison

Nach dem Einlogieren des Ablegers kontrollieren Sie Vorräte und Raum in der Beute etwa alle 10 bis 14 Tage. Im Vorfrühling und Frühjahr beobachten Sie die Legetätigkeit der Königin und die Entwicklung des Volkes; in der Schwarmzeit (etwa ab Mai) wird erweitert und gegebenenfalls geteilt. Im Sommer wird geschleudert und die Varroose behandelt. Im Herbst wird das Volk für die Einwinterung aufgefüttert.

Ein Anfängerkurs beim Imkerverein oder die Zusammenarbeit mit einem Paten vor Ort senkt das Risiko schwerer Fehler in der ersten Saison erheblich.

Womit an Kosten zu rechnen ist

Die Anfangsinvestition besteht aus Beute, Grundausstattung (Jacke mit Schleier, Smoker, Stockmeißel) und dem Ableger selbst. Wie hoch sie ausfällt, hängt stark davon ab, ob Sie neu oder gebraucht kaufen und welche Qualität Sie wählen — verlässliche aktuelle Zahlen nennen Ihnen der örtliche Imkerverein und die Kataloge der Fachhändler.

Die laufenden Kosten der ersten Jahre bestehen vor allem aus Futterzucker für die Einwinterung und den Mitteln zur Varroabehandlung. Förderungen für die Imkerei laufen im deutschsprachigen Raum über die Bundesländer beziehungsweise die nationalen Imkereiprogramme; Bedingungen und Fristen erfahren Sie beim Landesverband.

Einen ausführlicheren Überblick über die nötige Imkereiausstattung und die Bienenrassen finden Sie in den weiteren Bereichen.

Was Sie brauchen
  • Magazinbeute
  • Imkerjacke und Schleier
  • Smoker
  • Stockmeißel
Material und Unterlagen
  • Bienenvolk oder Ableger
  • Futterzucker für die Einwinterung
  • Mittelwände

Ablauf Schritt für Schritt

  1. 1

    Meldepflichten klären und Bestand anmelden

    Bienenhaltung ist meldepflichtig. In Deutschland melden Sie den Bestand beim zuständigen Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse des Bundeslandes, in Österreich im Veterinärinformationssystem (VIS). Prüfen Sie zusätzlich kommunale Regelungen und klären Sie das Verhältnis zu den Nachbarn.

  2. 2

    Standort auswählen

    Ruhiger, sonniger Platz mit Morgensonne, windgeschützt und mit ausreichender Tracht im Umkreis von rund 3 km.

  3. 3

    Beute und Grundausstattung beschaffen

    Für den Start genügen eine Magazinbeute, Jacke mit Schleier, Smoker und Stockmeißel.

  4. 4

    Erstes Volk oder einen Ableger kaufen

    Einsteigern wird empfohlen, im Frühjahr einen Ableger von einem vertrauenswürdigen Imker zu kaufen.

  5. 5

    Grundhandgriffe lernen und das Volk beobachten

    Regelmäßige Durchsicht, Schwarmverhinderung, Varroa-Monitoring und rechtzeitiges Erweitern der Beute.

Imkereiausstattung →

Häufige Fragen

Was kostet der Einstieg in die Imkerei?
Die Anfangsinvestition setzt sich aus Beute, Schutzkleidung, Werkzeug und dem Ableger zusammen. Die Preise unterscheidet sich stark nach Qualität und Region — aktuelle Zahlen nennen Ihnen der örtliche Imkerverein und die Kataloge der Fachhändler.
Mit wie vielen Völkern soll man anfangen?
Idealerweise mit zwei — Sie können sie vergleichen und im Problemfall eines aus dem anderen retten.
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