Bienenvolk
Das Bienenvolk ist die biologische Einheit aus Königin, Arbeiterinnen und Drohnen, die als Superorganismus mit gemeinsamer Temperaturregelung und kollektiver Verteidigung funktioniert.
Ein Bienenvolk besteht aus einer einzigen Königin, saisonal 40.000 bis 80.000 Arbeiterinnen und einigen hundert bis tausend Drohnen. Als Ganzes hält es die Temperatur im Brutnest unabhängig von der Außenwitterung bei 34 bis 35 °C — die Arbeiterinnen erzeugen Wärme durch Muskelzittern und kühlen im Sommer umgekehrt durch Verdunstung von Wasser. Diese Thermoregulation ist Voraussetzung für eine gesunde Brutentwicklung.
Die Verständigung im Volk läuft über chemische Signale — Weiselsubstanz, Nasonow-Duftstoff, das Alarmpheromon Isopentylacetat bei der Verteidigung — und über Bewegungssignale, allen voran den Schwänzeltanz. Der Verlust der Königin führt zu einem Pheromondefizit, das die Arbeiterinnen binnen Stunden bemerken; sie beginnen dann Nachschaffungszellen zu ziehen.
Der Gesundheitszustand des Volkes ist die zentrale Größe für den Imker. Beurteilt werden Menge und Bild der Brut (verdeckelt oder offen, geschlossen oder lückig), das Verhalten am Flugloch, der Umfang der Wintervorräte und der Befall mit Parasiten, insbesondere der Varroamilbe. In der Saison wird das Volk üblicherweise alle sieben bis zehn Tage durchgesehen.
Ein starkes Volk mit 60.000 bis 80.000 Arbeiterinnen ist die Voraussetzung für einen wirtschaftlich interessanten Honigertrag. Der durchschnittliche Ertrag je Volk schwankt in Deutschland und Österreich je nach Jahr, Region und Trachtangebot erheblich und liegt meist in einer Größenordnung von 20 bis 40 kg.