Schwärmen
Beim Schwärmen vermehrt sich ein Bienenvolk auf natürliche Weise: Ein Teil der Arbeiterinnen zieht zusammen mit der alten Königin aus und gründet anderswo ein neues Nest.
Das Schwärmen ist eine evolutionär verankerte Vermehrungsstrategie. Ausgelöst wird es durch das Zusammentreffen mehrerer Faktoren: Platzmangel im Stock, nachlassende Weiselsubstanz einer älteren Königin, reichliche Drohnenbrut und passende Witterung von Ende Mai bis Juni. Die Arbeiterinnen beginnen Weiselzellen zu ziehen — für den Imker das erste sichtbare Signal.
Der Vorschwarm zieht an einem warmen, sonnigen Tag um die Mittagszeit aus, meist an dem Tag, an dem die erste Weiselzelle verdeckelt wird. Mit der alten Königin verlassen 30 bis 50 % der Arbeiterinnen den Stock. Der Schwarm sammelt sich als Traube an einem Ast oder einer anderen Unterlage im Umkreis von bis zu 300 m und wartet dort ein bis drei Tage, bis die Spurbienen eine neue Behausung gefunden haben.
Der Imker kann den Schwarm einfangen und daraus ein neues Volk bilden. Zieht der Schwarm ab, bleibt das Muttervolk mit den Weiselzellen zurück; die zuerst geschlüpfte Königin tötet ihre Konkurrentinnen in den übrigen Zellen ab. Nach Hochzeitsflug und Begattung nimmt sie die Eiablage auf.
Die Schwarmkontrolle ist eine der zentralen Arbeiten der Saison. Vorbeugend wirken junge Königinnen, rechtzeitiges Erweitern mit Honigräumen, das Brechen von Weiselzellen sowie der vorweggenommene Schwarm in Form eines Ablegers.