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Anleitungen › Varroabekämpfung: Monitoring und Behandlung Schritt für Schritt
Anleitung Schritt für Schritt Schwierigkeit: Grundpraxis

Varroabekämpfung: Monitoring und Behandlung Schritt für Schritt

Die durch die Milbe Varroa destructor verursachte Varroose ist heute das gravierendste Gesundheitsproblem der Honigbiene in Europa. Ohne regelmäßige Behandlung führt der Befall innerhalb von zwei bis vier Jahren zum Zusammenbruch des Volkes. Die Behandlung unterliegt dem Tierarzneimittelrecht und darf nur mit zugelassenen Präparaten erfolgen.

Zeitpunkt und Technik entscheiden über die Wirksamkeit — eine unzureichende oder zu späte Behandlung führt dazu, dass die überwinternde Bienengeneration mit hoher Belastung in den Winter geht und das Volk nicht durchkommt.

Monitoring als Entscheidungsgrundlage

Der natürliche Milbenfall auf dem Schieber gibt die grundlegende Orientierung über den Befall. Der Schieber bleibt 24 bis 48 Stunden eingelegt, die gezählten Milben werden auf den Tagesfall umgerechnet. Die Auslegung hängt von Jahreszeit und Volksstärke ab — Schwellenwerte und Empfehlungen veröffentlichen die Bieneninstitute der Bundesländer und in Österreich die AGES.

Monitoring allein genügt nicht — es dient der Entscheidung, wann behandelt wird, und ersetzt die Behandlung nicht.

Sommerbehandlung bei vorhandener Brut

Die Sommerbehandlung mit Ameisensäure wirkt, weil die Säure auch in verdeckelte Zellen vordringt und die auf den Larven parasitierenden Milben erreicht. Genau in der verdeckelten Brut vermehrt sich Varroa — ein Eingriff zu diesem Zeitpunkt senkt daher den Gesamtbestand der Milben vor der Einwinterung erheblich.

Beim Umgang mit Ameisensäure ist persönliche Schutzausrüstung zwingend: Atemschutz, Schutzbrille und Handschuhe. Verwendet werden dürfen ausschließlich als Tierarzneimittel zugelassene Präparate.

Winterbehandlung im brutfreien Zustand

Die Winterbehandlung mit Oxalsäure ist der wirksamste Eingriff im Jahreszyklus, weil im brutfreien Zustand alle Milben auf den erwachsenen Bienen sitzen und erreichbar sind. Geträufelt wird bei Temperaturen, die ein kurzes Öffnen der Beute erlauben; die Sublimation schont die Wintertraube stärker und erlaubt die Behandlung auch bei niedrigeren Temperaturen.

Beide Verfahren erreichen bei korrekter Anwendung vergleichbare Wirkungsgrade. Die Wahl hängt von der Ausstattung und der Zahl der zu behandelnden Völker ab.

Abstimmung mit den Nachbarn

Eine Reinvasion aus benachbarten, unbehandelten Ständen kann den Erfolg der Behandlung schnell zunichtemachen. Örtliche Imkervereine organisieren abgestimmte Behandlungstermine — die Teilnahme daran erhöht die Gesamtwirkung in der Region deutlich.

Einen Überblick über das gesamte Imkerjahr und das Vorgehen bei der Einwinterung finden Sie in den anschließenden Leitfäden.

Was Sie brauchen
  • Gemüllschieber oder Gitterboden
  • Verdunster oder Träufelgerät für Oxalsäure
  • Verdunstungsgerät für Ameisensäure (Sommer)
  • Schutzausrüstung (Handschuhe, Atemschutz, Schutzbrille)
Material und Unterlagen
  • Zugelassenes Ameisensäure-Präparat (Sommerbehandlung)
  • Zugelassenes Oxalsäure-Präparat (Winterbehandlung)

Ablauf Schritt für Schritt

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    Natürlichen Milbenfall messen

    Zählen Sie auf dem Gemüllschieber oder Gitterboden unter dem Flugloch die natürlich abgefallenen Milben über 24 oder 48 Stunden. Die Werte unterscheiden sich nach Jahreszeit und Volksstärke — Schwellenwerte und deren Auslegung veröffentlichen die Bieneninstitute der Länder beziehungsweise die AGES in Österreich.

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    Sommerbehandlung mit Ameisensäure durchführen

    Nach der letzten Schleuderung folgt die Sommerbehandlung mit einem zugelassenen Ameisensäure-Präparat. Sie wirkt bei vorhandener Brut, weil die verdunstende Säure auch in die verdeckelten Zellen vordringt. Das genaue Dosierschema gibt die Packungsbeilage des jeweiligen Tierarzneimittels vor.

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    Im Spätherbst oder Winter mit Oxalsäure behandeln

    Im brutfreien Winterzustand ist Oxalsäure das wirksamste Mittel — sie erreicht alle Milben auf den erwachsenen Bienen, ohne dass verdeckelte Brut die Wirkung mindert. Behandelt wird durch Träufeln oder Sublimation (Verdampfen) mit einem zugelassenen Präparat; beide Verfahren wirken bei korrekter Anwendung.

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    Behandlungserfolg kontrollieren

    Beobachten Sie nach Abschluss der Behandlung den Milbenfall auf dem Schieber — bei wirksamer Behandlung geht er deutlich zurück. Der Vergleich des Falls vor und nach der Behandlung gibt ein brauchbares Bild von Befallsgrad und Wirkung.

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    Behandlung mit den Nachbarimkern abstimmen

    Varroa verbreitet sich schnell über Reinvasion aus benachbarten Ständen. Eine mit den Imkern der Umgebung abgestimmte Behandlung senkt das Risiko einer erneuten Aufsättigung nach der Therapie erheblich. Die örtlichen Imkervereine organisieren solche gemeinsamen Termine.

Varroose →

Häufige Fragen

Wann wird die Sommerbehandlung durchgeführt?
So bald wie möglich nach der letzten Schleuderung — typischerweise im Juli oder August. Je früher behandelt wird, desto weniger Milben gelangen in die Winterbienengeneration, die über das Überwintern entscheidet.
Was ist der Unterschied zwischen Träufeln und Sublimation von Oxalsäure?
Beim Träufeln wird die Oxalsäurelösung direkt in die Wabengassen dosiert. Bei der Sublimation wird die feste Säure erhitzt und der Dampf durchzieht das gesamte Nest. Beide Verfahren sind zugelassen; die Sublimation ist bei einer größeren Zahl von Völkern schneller.
Darf nach der Ameisensäurebehandlung geschleudert werden?
Der Honig wird vor der Behandlung geschleudert, nicht danach. Honig aus Waben, die während der Behandlung im Volk waren, kann Rückstände enthalten — halten Sie stets die in der Packungsbeilage genannte Wartezeit ein.
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