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Krankheiten und Schädlinge · Pflanzenschutz

Getreideroste

Puccinia spp.

Die Roste sind eine Gruppe von Pilzkrankheiten des Getreides, verursacht durch Rostpilze der Gattung Puccinia. Auf Blättern, Blattscheiden und Halmen bilden sich rostbraune, gelbe oder dunkle pulvrige Sporenlager (Uredosporen), die sich leicht an der Hand abreiben lassen. Am bedeutendsten sind Gelbrost, Braunrost und Schwarzrost. Starker Befall verringert die Assimilationsfläche, beschleunigt das Absterben der Blätter und kann Ertrag und Kornqualität deutlich drücken, besonders bei feuchtwarmer Witterung.

6gefährdete Kulturen

Erreger

Rostpilze der Gattung Puccinia (Braunrost, Gelbrost, Schwarzrost)

Symptome

Der Gelbrost bildet zitronengelbe Sporenlager, die in Streifen entlang der Blattadern angeordnet sind und im zeitigen Frühjahr am auffälligsten auftreten. Der Braunrost zeigt kleine rostbraune, unregelmäßig verteilte Lager auf der Blattoberseite. Der Schwarzrost bildet dunkelbraune bis schwarze längliche Lager vor allem an Halmen und Blattscheiden. Aus allen Lagern lassen sich die Sporen abreiben und hinterlassen eine farbige Spur an den Fingern.

Wirtspflanzen

  • Winter- und Sommerweizen
  • Gerste (auch Zwergrost)
  • Roggen, Hafer, Triticale
  • Gräser (Zwischenwirte und Reservoir)

Ausbreitungsbedingungen

Die Roste breiten sich über Uredosporen aus, die der Wind auch über große Entfernungen verfrachtet — das ermöglicht rasche flächige Epidemien. Der Gelbrost bevorzugt ein kühleres, feuchtes Frühjahr, Braun- und Schwarzrost wärmere Witterung. Lange Blattnässe fördert die Infektion. Quelle der Frühjahrsinfektion sind Ausfallgetreide, Wintergetreide und Sporenzuflug aus anderen Regionen.

Schadwirkung und Bekämpfungsschwelle

Die Roste zählen zu den schädlichsten Blattkrankheiten des Getreides; starker Befall kann bei günstiger Witterung und anfälligen Sorten den Ertrag um Zehnerprozente mindern. Am schnellsten schädigt der Gelbrost, der den Bestand bereits im zeitigen Frühjahr befällt und die Assimilationsfläche in der Phase der Kornanlage und Kornfüllung zerstört.

Lebenszyklus und Infektionsquelle

Die Roste haben einen komplexen Entwicklungszyklus mit mehreren Sporentypen und bei einigen Arten mit Wirtswechsel (Zwischenwirt des Schwarzrostes ist die Berberitze). Sie überwintern als Myzel und Uredosporen an Wintergetreide und Ausfallgetreide, leiten im Frühjahr die Infektion ein und vermehren sich während der Vegetation polyzyklisch über Uredosporen. Am Saisonende bilden sie dunkle Teleutosporen, die an Ernterückständen überdauern.

Wirkstoffe zum Pflanzenschutz

Beispiele fungizider Wirkstoffe gegen diese Krankheit, keine Empfehlung eines bestimmten Mittels. Ob ein Mittel zugelassen ist und wie es dosiert wird, immer im amtlichen Pflanzenschutzmittelregister prüfen (Deutschland BVL, Österreich BAES, Tschechien ÚKZÚZ). Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.

  • tebuconazole
  • prothioconazole
  • azoxystrobin
  • pyraclostrobin + fluxapyroxad

Schutz und Vorbeugung

Entscheidend sind die Wahl widerstandsfähiger Sorten und die Bestandeskontrolle ab dem zeitigen Frühjahr. Bei Auftreten werden Fungizide eingesetzt (Azole, Strobilurine, SDHI), am besten vorbeugend oder zu Beginn der Epidemie und mit Wirkstoffwechsel wegen der Resistenzgefahr. Die Beseitigung von Ausfallgetreide und das Einarbeiten der Ernterückstände verringern die Infektionsquellen. ‼️ Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln ist national geregelt — prüfen Sie sie in Deutschland beim BVL, in Österreich beim BAES beziehungsweise der AGES.

Gefährdete Kulturen 6

Häufige Fragen

Wie unterscheidet man Rost von anderen Getreidekrankheiten?

Für die Roste sind pulvrige Sporenlager typisch, die sich an den Fingern abreiben und eine rostfarbene oder gelbe Spur hinterlassen. Damit unterscheiden sie sich vom Mehltau (weißer Belag) und von Blattfleckenkrankheiten wie Septoria (abgegrenzte Nekrosen ohne pulvrige Sporen).

Welcher Rost ist am gefährlichsten?

Sehr gefährlich ist der Gelbrost, der bereits im zeitigen Frühjahr auftritt und die charakteristischen gelben Sporenstreifen entlang der Blattadern bildet. Unter günstigen Bedingungen breitet er sich rasch aus und kann große Ertragsverluste verursachen.

Wann sollte man gegen Roste mit einem Fungizid eingreifen?

Am wirksamsten ist der Eingriff vorbeugend oder gleich zu Beginn der Epidemie, solange der Befall noch gering ist. Beim Gelbrost ist das meist im zeitigen Frühjahr, beim Braunrost später zum Ährenschieben. Entscheidend ist die regelmäßige Bestandeskontrolle.

Hilft eine widerstandsfähige Sorte gegen Roste?

Ja, zwischen den Getreidesorten bestehen große Unterschiede in der Widerstandsfähigkeit gegen die einzelnen Roste. Die Sortenwahl ist die günstigste und wirksamste Maßnahme und senkt den Fungizidbedarf deutlich.