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Kulturen und Rohstoffe

Sonnenblume

Auch: Helianthus annuus, Sonnenblumenkerne

Die Sonnenblume ist eine trockenheitstolerante Ölfrucht, deren Anbau in Mitteleuropa mit dem Klimawandel und dem Rapsrückgang zunimmt.

Die Sonnenblume (*Helianthus annuus*) wird als Ölfrucht angebaut. In Deutschland stand sie lange bei rund 25.000 Hektar, in den letzten Jahren mit deutlich steigender Tendenz; in Österreich ist sie im pannonischen Osten seit Langem etabliert. Erträge liegen bei 22 bis 30 dt/ha, der Ölgehalt bei 42 bis 48 %.

Warum sie an Bedeutung gewinnt, hat drei Gründe, die zusammenwirken:

  • Sie ist mit ihrer bis zu zwei Meter tiefen Pfahlwurzel deutlich trockenheitstoleranter als Raps und passt damit zu wärmeren, trockeneren Sommern
  • Der Winterrapsanbau ist unter dem Druck von Erdfloh und Rapsglanzkäfer nach dem Wegfall der Neonikotinoidbeize schwieriger geworden, siehe Erdflöhe — die Sonnenblume ist die naheliegende Sommerung als Alternative
  • Sie ist eine hervorragende Vorfrucht: Die Pfahlwurzel erschließt den Unterboden, sie hinterlässt viel organische Masse und passt in Fruchtfolgen mit hohem Getreideanteil

Anbau: Saat als Einzelkorn ab Mitte April bei 8 bis 10 °C Bodentemperatur, 6 bis 8 Pflanzen je Quadratmeter bei 45 bis 75 cm Reihenabstand — die weite Reihe erlaubt mechanische Unkrautregulierung mit dem Hackgerät. Der Stickstoffbedarf ist mit 60 bis 100 kg N/ha niedrig; zu viel Stickstoff verlängert die Vegetation und verzögert die Abreife.

Sie ist eine ausgezeichnete Bienenweide und blüht im Hochsommer, wenn nach der Rapsblüte oft ein Trachtloch klafft — siehe Tracht.

Die Risiken liegen am Ende der Vegetation. Sclerotinia, dieselbe Weißfäule wie im Raps, kann Körbe und Stängel befallen, weshalb ausreichende Anbaupausen einzuhalten sind — siehe Weißstängeligkeit. Und die Abreife im Herbst ist der eigentliche Engpass in Mitteleuropa: Sonnenblumen werden bei 9 bis 12 % Feuchte gedroschen, kommen aber oft nur mit 15 bis 20 % vom Feld und müssen dann getrocknet werden. Hinzu kommt Vogelfraß an reifenden Körben.

Unterschieden werden Linolsäure-Typen für klassisches Speiseöl und High-Oleic-Typen mit hohem Ölsäureanteil, die hitzestabiler sind und meist über Anbauverträge mit Aufschlag laufen.

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