Erdflöhe
Erdflöhe sind kleine springende Blattkäfer; der Rapserdfloh ist seit dem Verbot der Neonikotinoid-Beize der wichtigste Rapsschädling im Herbst.
Erdflöhe sind Blattkäfer aus der Familie Chrysomelidae, die bei Störung mit ihren kräftigen Hinterschenkeln wegspringen. Landwirtschaftlich bedeutsam sind vor allem der Rapserdfloh (*Psylliodes chrysocephala*) und die Kohlerdflöhe der Gattung *Phyllotreta*.
Zwei Schadbilder sind zu trennen, und die Verwechslung ist folgenreich:
Der Lochfraß der Käfer am Keimblatt sieht dramatisch aus, ist aber meist nur bei sehr jungen Beständen und starkem Befall wirklich ertragsrelevant. Er ist das, was man sieht.
Der Larvenfraß im Blattstiel und im Vegetationskegel ist der eigentliche Schaden — und er ist unsichtbar. Die Larven minieren im Inneren, schwächen die Pflanze über den Winter und lassen sie im Frühjahr verzweigt und kümmerlich austreiben oder ganz ausfallen.
Warum das heute so wichtig ist: Bis 2018 hielt die neonikotinoide Saatgutbeize den Rapserdfloh zuverlässig in Schach. Seit dem EU-Verbot der Freilandanwendung fehlt dieser Schutz, und der Käfer ist zum limitierenden Faktor des Rapsanbaus in Deutschland geworden. Verschärfend kommt hinzu, dass die verbliebenen Pyrethroide vielerorts durch Resistenz versagen — nachgewiesen sind sowohl Ziel- als auch Metabolismusresistenz.
Kontrolliert wird über Gelbschalen; bekämpfungswürdig sind grob 50 Käfer in drei Wochen beziehungsweise mehr als 10 % zerstörte Blattfläche, bei den Larven über die Zahl je Pflanze nach Ausspülen. Wichtiger als jede Spritzung sind heute ackerbauliche Hebel: kräftige, zügig wachsende Bestände, angepasster Saattermin, gute Vorwinterentwicklung und weite Fruchtfolge.
Häufige Fragen
Wie zeigt sich ein Erdflohbefall?
Als runder Lochfraß der Käfer an Keim- und Laubblättern sowie — schwerwiegender, aber unsichtbar — als Larvenfraß in Blattstiel und Vegetationskegel.
Wie werden Erdflöhe bekämpft?
Über Gelbschalenkontrolle und gezielte Insektizide; wegen verbreiteter Pyrethroidresistenz sind kräftige Bestände, Saattermin und Fruchtfolge heute entscheidend.