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Präzisionslandwirtschaft

Satellitendaten in der Landwirtschaft

Auch: Copernicus, Sentinel, Fernerkundung, Flächenmonitoring

Satellitendaten liefern kostenlose, flächendeckende Aufnahmen für Bestandsführung und Ertragsschätzung — und sind seit 2023 Grundlage der amtlichen Flächenkontrolle.

Für die Landwirtschaft am wichtigsten sind die Sentinel-Satelliten des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus. Sentinel-2 liefert optische Aufnahmen mit 10 bis 20 m Auflösung alle drei bis fünf Tage, Sentinel-1 Radardaten, die auch durch Wolken hindurch messen — in Mitteleuropa mit seiner häufigen Bewölkung ein entscheidender Vorteil. Alle Daten sind frei und kostenlos verfügbar.

Was daraus abgeleitet wird: Vegetationsindizes wie der NDVI als Maß für Biomasse und Vitalität, daraus Zonierungen für teilflächenspezifische Bewirtschaftung, siehe Applikationskarte, die Erkennung von Wachstumsunterschieden und Schadstellen, die Verfolgung des Bodenbedeckungsgrads sowie Ertragsschätzungen ganzer Regionen.

Die folgenreichste Anwendung ist jedoch amtlicher Natur — und sie betrifft jeden Antragsteller. Mit der GAP-Reform 2023 ist das flächendeckende Monitoring (Area Monitoring System, AMS) verbindlich geworden. Die Zahlstellen werten die Sentinel-Daten für alle beantragten Flächen automatisiert aus und prüfen, ob die angegebene Nutzung und die Auflagen mit dem übereinstimmen, was der Satellit sieht: ob eine Fläche tatsächlich bewirtschaftet wurde, wann gemäht wurde, ob eine Zwischenfrucht steht, ob Bodenbedeckung nach GLÖZ 6 vorliegt.

Das ist ein grundlegender Systemwechsel: An die Stelle der Stichprobenkontrolle vor Ort ist die lückenlose Fernüberwachung getreten. Nicht mehr wenige Prozent der Betriebe werden geprüft, sondern alle Flächen laufend. Der Ausgleich dafür ist die Möglichkeit zur Nachbesserung: Fällt eine Abweichung auf, wird der Betrieb — in Deutschland meist über eine App mit georeferenzierten Fotos — zur Klärung aufgefordert, bevor eine Sanktion greift.

Die Grenzen der Technik sind zu kennen: Bewölkung schränkt optische Aufnahmen ein, die Auflösung reicht für kleinteilige Strukturen und schmale Streifen oft nicht, und Vegetationsindizes zeigen dass ein Bestand schwächer ist, nicht warum. Für die Ursachenklärung braucht es weiterhin den Blick ins Feld — und häufig den Spaten.

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