Teilflächenspezifische Ausbringung
Die teilflächenspezifische Ausbringung ändert die Menge an Dünger, Saatgut oder Pflanzenschutzmittel nach einer GPS-Karte mit unterschiedlichen Werten für einzelne Teilflächen des Schlags.
Die teilflächenspezifische Ausbringung (VRA — Variable Rate Application) ist das Kernprinzip des Precision Farming: Dünger, Saatgut, Pflanzenschutzmittel oder Wasser werden nach dem tatsächlichen Bedarf jeder Teilfläche ausgebracht statt in einer einheitlichen Menge über den ganzen Schlag.
Datengrundlagen für die Karten:
- Bodenuntersuchungen im Raster (10×10 oder 30×30 m) — Karten für pH, P, K und organische Substanz.
- Ertragskarten vom Mähdrescher — wo tatsächlich am meisten geerntet wird.
- Satellitenbilder (Sentinel-2, Planet) — NDVI als Maß der Biomasse.
- Drohnen mit Multispektralkamera — Auflösung bis in den Zentimeterbereich.
Der Ablauf:
- Datenerfassung, Auswertung in einer Ackerschlagkartei oder Farmsoftware (Climate FieldView, John Deere Operations Center, NEXT Farming, Agrar-Office).
- Export der Applikationskarte als ISO-XML oder Shapefile.
- Import ins Terminal in der Kabine (ISOBUS TC-GEO).
- Während der Fahrt ändert die Maschine die Menge selbsttätig nach GPS-Position.
Typisch sind 10 bis 25 % Düngereinsparung ohne Ertragsverlust, teils sogar mit höherem Ertrag. Die Amortisation des Gesamtsystems (RTK, ISOBUS-fähiges Gerät, Software) liegt bei Betrieben ab etwa 150 Hektar bei zwei bis fünf Jahren.