Telematik
Telematik überträgt Maschinendaten über das Mobilfunknetz — Position, Betriebsstunden, Verbrauch und Fehlermeldungen. Bei Premiumtraktoren seit Jahren Standard.
Telematik in der Landwirtschaft verbindet die Ortung mit den technischen Daten der Maschine aus dem CAN-Bus. Die Maschine sendet sie über Mobilfunk an eine Plattform, auf der Betriebsleiter und Händler den Zustand in nahezu Echtzeit sehen.
Die wichtigsten Plattformen:
- John Deere Operations Center mit JDLink — die umfangreichste Lösung, mit Agrardaten, Auftragsverwaltung und vorausschauender Wartung.
- Case IH AFS Connect und New Holland PLM Connect — die gemeinsame Plattform des CNH-Konzerns.
- Fendt Connect und AGCO Fuse — für Fendt, Massey Ferguson und Valtra.
- Claas TELEMATICS — mit Schwerpunkt auf Ernteauswertung.
- 365FarmNet und NEXT Farming — herstellerübergreifende Lösungen, die auch ältere Maschinen einbinden.
Was erfasst wird: Position und Fahrspur, Betriebsstunden, Kraftstoffverbrauch je Hektar und Stunde, Motorlast und Drehzahl, Fehlercodes mit sofortiger Meldung, Füllstände von AdBlue und der Zustand des Partikelfilters, bei Mähdreschern zusätzlich die Ertragsdaten. Über Geofences lässt sich eine Warnung auslösen, wenn eine Maschine ein festgelegtes Gebiet verlässt — in der Praxis der wirksamste Diebstahlschutz.
Kosten: Bei Neumaschinen sind die ersten Jahre meist im Kaufpreis enthalten, danach fallen je nach Anbieter und Umfang etwa 100 bis 500 € je Maschine und Jahr an.
Nutzen nach Betriebsgröße: Für kleinere Betriebe mit ein bis zwei Maschinen bleibt der Zusatznutzen überschaubar. Ab etwa drei Maschinen und mehreren Fahrern zahlt sich die Auswertung aus — Leerlaufanteile, Verbrauchsvergleiche zwischen Fahrern und die vorausschauende Wartung sind messbare Größen. Für Lohnunternehmen ist die minutengenaue Abrechnung je Kunde das entscheidende Argument.
‼️ Datenhoheit: Wem die Maschinendaten gehören, ist vertraglich geregelt und nicht selbstverständlich. Der EU Data Act stärkt seit 2025 den Anspruch der Nutzer auf Zugang zu den von ihren Geräten erzeugten Daten und auf deren Weitergabe an Dritte. Der Blick in die Nutzungsbedingungen lohnt sich, bevor Agrardaten in eine Herstellerplattform fließen.