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Präzisionslandwirtschaft

Drohnen in der Landwirtschaft

Auch: UAV, Agrardrohne, Flugdrohne

Drohnen dienen in der Landwirtschaft der Bestandsüberwachung (Multispektralaufnahmen), der Ausbringung (Nützlinge, Saatgut) sowie dem Wildtierschutz vor der Mahd.

Drohnen erfüllen in der Landwirtschaft im Wesentlichen drei Aufgaben:

### 1. Bestandsüberwachung — der verbreitetste Einsatz

  • Multispektralaufnahmen mit RGB- und NIR-Kamera zur Berechnung von NDVI und verwandten Indizes.
  • Flughöhe 50 bis 120 m, Leistung 50 bis 200 ha je Stunde.
  • Aus den Karten entstehen Applikationskarten für die teilflächenspezifische Düngung.
  • Übliche Geräte: DJI Mavic 3 Multispectral, DJI Phantom 4 Multispectral, senseFly eBee.

### 2. Ausbringung

  • Trichogramma-Schlupfwespen gegen den Maiszünsler — dies ist in Deutschland und Österreich der mit Abstand häufigste Ausbringungseinsatz und praxisreif.
  • Aussaat von Zwischenfrüchten in stehende Bestände.
  • ‼️ Pflanzenschutzmittel per Drohne: Die EU-Richtlinie 2009/128/EG verbietet die Ausbringung aus der Luft grundsätzlich. Ausnahmen sind eng begrenzt und genehmigungspflichtig — in der Praxis vor allem im Steillagenweinbau. Die pauschale Ausbringung mit Sprühdrohnen, wie sie in Asien üblich ist, ist hier nicht zulässig.

### 3. Wildtierschutz und Kontrolle

  • Wärmebildkameras zur Rehkitzrettung vor der ersten Mahd — der wirksamste und inzwischen breit geförderte Einsatz. In Deutschland gibt es dafür ein eigenes Bundesförderprogramm; die Suche ist zudem rechtlich geboten, weil das Vermähen von Kitzen als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gilt.
  • Kontrolle von Zäunen, Weidevieh und Hochwasserlagen.

### Rechtsrahmen
Es gilt die EU-Drohnenverordnung, umgesetzt vom LBA in Deutschland und der Austro Control in Österreich:

  • Offene Kategorie (A1, A2, A3) für Drohnen unter 25 kg in Sichtweite.
  • Kompetenznachweis für den Fernpiloten, online zu erwerben.
  • Registrierung des Betreibers verpflichtend, dazu eine Haftpflichtversicherung.
  • Ausbringungsflüge fallen in die spezielle Kategorie und brauchen eine Betriebsgenehmigung.

Für einen Betrieb mittlerer Größe ist die Wärmebilddrohne zur Kitzrettung meist der Einstieg mit dem klarsten Nutzen — sie verhindert Tierleid, Rechtsverstöße und Futterverunreinigung durch Kadaver im Silo.

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