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Kulturen und Rohstoffe

Körnererbse

Auch: Futtererbse, Pisum sativum, Erbse

Die Körnererbse ist die wichtigste heimische Körnerleguminose neben der Ackerbohne — eiweißreich, stickstoffbindend und mit hohem Vorfruchtwert.

Die Körnererbse (*Pisum sativum*) wird in Deutschland auf rund 100.000 Hektar angebaut, mit steigender Tendenz. Der Ertrag liegt bei 30 bis 45 dt/ha, der Rohproteingehalt bei 20 bis 25 %.

Ihr Wert liegt in der Fruchtfolge, nicht allein im Erlös. Sie bindet über Knöllchenbakterien 100 bis 200 kg Luftstickstoff je Hektar und hinterlässt der Folgekultur 30 bis 50 kg. Der Weizen nach Erbse bringt regelmäßig 5 bis 10 % Mehrertrag und braucht weniger Stickstoff. Hinzu kommt: Als Blattfrucht unterbricht sie die Getreidefruchtfolge, senkt den Druck von Fußkrankheiten und schafft ein zusätzliches Zeitfenster für die mechanische Ungrasbekämpfung.

Anbau: sehr frühe Saat ab Ende Februar oder Anfang März, sobald der Boden befahrbar ist — Erbsen vertragen Frost bis etwa −5 °C und nutzen die Frühjahrsfeuchte. 70 bis 90 Körner je Quadratmeter, 4 bis 6 cm tief. Stickstoff wird nicht gedüngt; eine Startgabe unterdrückt die Knöllchenbildung und ist damit kontraproduktiv.

Die Schwächen sind gut bekannt:

  • Selbstunverträglichkeit — mindestens fünf bis sechs Jahre Anbaupause, sonst treten Fußkrankheiten und der Erbsenwurzelbohrer auf; das ist die härteste Beschränkung
  • Schwache Standfestigkeit — moderne halbblattlose Sorten stützen sich über Ranken gegenseitig und haben das erheblich verbessert
  • Trockenheit zur Blüte kostet Hülsen und Ertrag
  • Ungleichmäßige Abreife und Ernteverluste durch Platzen

Schaderreger: Blattrandkäfer, dessen Larven an den Knöllchen fressen, Erbsenwickler und Blattläuse; bei den Pilzen Brennfleckenkrankheit und Falscher Mehltau.

Verwendung und Markt: überwiegend Futter für Schweine und Geflügel als heimischer Sojaersatz, zunehmend aber auch Humanernährung — Erbsenprotein ist der Rohstoff vieler pflanzlicher Fleischalternativen, ein Markt mit deutlichem Wachstum. Eine gekoppelte Einkommensstützung für Leguminosen gibt es weder in Deutschland noch in Österreich; Körnerleguminosen werden aber in der Öko-Regelung ÖR 2 (Vielfältige Kulturen) als Pflichtanteil verlangt und teils über Programme der Bundesländer gefördert.

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