DE

Die Texte auf dieser Website entstehen mit Hilfe künstlicher Intelligenz. So arbeiten wir

Kulturen und Rohstoffe

Sojabohne

Auch: Soja, Glycine max, soybean

Die Sojabohne ist die weltweit wichtigste Körnerleguminose. In Mitteleuropa eine wachsende Kultur mit hohem Eiweißgehalt (40 %), die Luftstickstoff bindet.

Die Sojabohne (Glycine max) ist die bedeutendste Eiweiß- und Ölpflanze der Welt. Im deutschsprachigen Raum wächst die Fläche seit Jahren — Österreich ist mit rund 90 000 Hektar einer der größten Sojaerzeuger der EU, in Deutschland stehen etwa 45 000 Hektar, überwiegend in Bayern und Baden-Württemberg.

Anbau:

  • Saat: Ende April bis Mitte Mai, sobald der Boden 10 °C erreicht. Sojabohne ist frostempfindlich.
  • Saatstärke: 55 bis 70 Körner/m², etwa 110 bis 140 kg/ha.
  • ‼️ Impfung ist zwingend: Das Saatgut muss mit *Bradyrhizobium japonicum* geimpft werden. Diese Knöllchenbakterien kommen in mitteleuropäischen Böden nicht natürlich vor — ohne Impfung bindet die Pflanze keinen Stickstoff und der Ertrag bricht um 30 bis 50 % ein.
  • Düngung: nur Phosphat und Kalium. Keine Stickstoffdüngung — sie unterdrückt die Knöllchenbildung.
  • Pflanzenschutz: Vorauflauf gegen Unkraut, im Nachauflauf nur wenige zugelassene Mittel — die Unkrautbekämpfung ist die größte Herausforderung im Sojaanbau.
  • Ernte: Ende September bis Mitte Oktober mit Flexschneidwerk, weil die untersten Hülsen sehr tief ansetzen.

Erträge: 2,5 bis 3,5 t/ha, auf guten Standorten mit ausreichender Wasserversorgung auch darüber.

Inhaltsstoffe: rund 40 % Eiweiß und 20 % Öl — die höchste Eiweißdichte aller Ackerkulturen.

Wirtschaftlichkeit: Die Erzeugerpreise liegen meist bei 450 bis 600 €/t, für Speisesoja und Bio deutlich darüber. Eine gekoppelte Stützung für Eiweißpflanzen gibt es weder in Deutschland noch in Österreich; als Leguminose zählt Soja aber in Deutschland zum Pflichtanteil der Öko-Regelung ÖR 2 (Vielfältige Kulturen).

Warum die Fläche wächst: Die EU will die Abhängigkeit von Sojaimporten aus Südamerika verringern, wo der Anbau mit Entwaldung verbunden ist — die EU-Entwaldungsverordnung verschärft die Anforderungen an importierte Ware zusätzlich. Heimische Soja ist damit auch ein Vermarktungsargument. Agronomisch bringt sie 40 bis 60 kg N/ha für die Folgefrucht und lockert enge Getreidefruchtfolgen auf.

Risiken: Trockenheit während der Blüte im Juli, die Weißstängeligkeit (Sclerotinia) in engen Fruchtfolgen mit Raps sowie Taubenfraß nach der Saat.

← Zurück zum Glossar