DE

Die Texte auf dieser Website entstehen mit Hilfe künstlicher Intelligenz. So arbeiten wir

Kulturen und Rohstoffe

Luzerne

Auch: Medicago sativa, Alfalfa, Blaue Luzerne

Die Luzerne ist eine mehrjährige Futterleguminose mit hohem Eiweißgehalt. Sie wird drei- bis viermal jährlich geschnitten, bindet Stickstoff und verbessert die Bodenstruktur nachhaltig.

Die Luzerne (Medicago sativa) ist die leistungsfähigste Futterleguminose des gemäßigten Klimas. Sie bleibt drei bis fünf Jahre auf demselben Schlag und wird jährlich drei- bis viermal geschnitten.

Anbau:

  • Saat: Frühjahr (April) oder Spätsommer (August), als Reinsaat oder als Untersaat in Getreide.
  • Saatstärke: 25 bis 30 kg/ha. Die Impfung mit *Sinorhizobium meliloti* ist auf Flächen ohne Luzernehistorie nötig.
  • Boden: Luzerne verlangt einen pH-Wert über 6,5 und keine Staunässe — auf sauren oder vernässten Böden versagt sie. Eine Kalkung vor der Aussaat ist oft die entscheidende Maßnahme.
  • Düngung: nur Phosphat, Kalium und Schwefel; Stickstoff bindet sie selbst, 200 bis 300 kg N/ha im Jahr.

Schnittzeitpunkte:

  • Erster Schnitt: Mitte bis Ende Mai zu Beginn der Blüte — der Kompromiss zwischen Ertrag und Eiweißgehalt.
  • Zweiter Schnitt: Ende Juni.
  • Dritter Schnitt: Mitte August.
  • Vierter Schnitt: nur bei kräftigem Bestand; ein später Schnitt schwächt die Winterhärte, weshalb bis Mitte September Schluss sein sollte.

Ertrag: 10 bis 14 t Trockenmasse je Hektar und Jahr, mit rund 18 bis 22 % Rohprotein.

Verwertung: Anwelksilage im Fahrsilo oder in Ballen, Heu sowie Trocknung zu Pellets und Cobs für die Mischfutterindustrie.

Wert in der Fruchtfolge — hier liegt der eigentliche Nutzen:

  • Stickstoffbindung von 200 bis 300 kg N/ha jährlich; die Folgefrucht profitiert von 60 bis 100 kg N/ha.
  • Pfahlwurzel bis in 3 m Tiefe — sie durchbricht Verdichtungen und erschließt Nährstoffe aus dem Unterboden.
  • Humusaufbau — nach drei Jahren Luzerne ist der Humusgehalt messbar höher.
  • Unterbrechung von Krankheitszyklen in getreidelastigen Fruchtfolgen.

Weizen nach Luzerne gehört zu den ertragreichsten Stellungen der gesamten Fruchtfolge. Förderrechtlich zählt Luzerne zu den Eiweißpflanzen und erfüllt zugleich Anforderungen an die Fruchtartenvielfalt.

← Zurück zum Glossar