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Präzisionslandwirtschaft

IoT in der Landwirtschaft

Auch: Internet der Dinge, Agrar-IoT, Sensorvernetzung

Agrar-IoT vernetzt Sensoren, Maschinen und Ställe zu einem System, das Daten selbsttätig erfasst und auswertet.

Das Internet der Dinge bezeichnet die Vernetzung physischer Geräte, die Daten erfassen, austauschen und darauf reagieren. In der Landwirtschaft betrifft das drei Bereiche.

Auf dem Feld: Bodenfeuchte- und Temperatursensoren, Wetterstationen mit Blattnässemessung als Grundlage für Prognosemodelle, Füllstandsmelder an Silos und Tanks, Pheromonfallen mit automatischer Bilderkennung und GPS-Tracker an Maschinen und Anhängern.

Im Stall: Aktivitäts- und Wiederkausensoren zur Brunst- und Krankheitserkennung, siehe Brunst, Bolus- und Ohrsensoren für die Körpertemperatur, Klimasteuerungen, die Lüftung und Heizung selbsttätig regeln, Wiegesysteme und Tränkeüberwachung.

In der Maschine: Telemetrie mit Positionen, Betriebsstunden, Kraftstoffverbrauch und Fehlercodes, dazu die Erfassung von Ertrag und Feuchte während der Ernte.

Der Punkt, an dem es in der Praxis scheitert, ist selten die Technik. Drei Hürden bestimmen den Erfolg:

Die Netzabdeckung. Ein Sensor mitten im Feld braucht eine Verbindung. Klassisches Mobilfunknetz ist auf vielen ländlichen Flächen unzuverlässig; verbreitet sind deshalb LoRaWAN und NB-IoT, die auf große Reichweite bei kleiner Datenmenge und langer Batterielaufzeit ausgelegt sind. Für einen Bodenfeuchtewert alle zehn Minuten reicht das vollkommen.

Die Datenintegration. Sensoren verschiedener Hersteller liefern Daten in unterschiedliche Portale. Ohne Zusammenführung in einem Farmmanagement-Informationssystem (FMIS) entsteht ein Flickenteppich aus Einzel-Apps, den niemand täglich öffnet — die häufigste Ursache dafür, dass Systeme nach einem Jahr ungenutzt bleiben.

Die Entscheidungsrelevanz. Eine Zahl, aus der keine Handlung folgt, ist Datenmüll. Der Nutzen entsteht erst, wenn aus der Messung eine Empfehlung wird — und aus der Empfehlung eine Maßnahme.

Zur Datenhoheit gilt dasselbe wie beim Farmmanagementsystem: Wem die erzeugten Daten gehören und wer sie auswerten oder weitergeben darf, regelt bislang vor allem der freiwillige EU-Verhaltenskodex zum Agrardatenaustausch. Ein Blick in die Vertragsbedingungen gehört vor jede Anschaffung.

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