Farmmanagement-Informationssystem (FMIS)
Ein FMIS bündelt Schlagkartei, Planung, Dokumentation und Maschinendaten in einer Software — in Deutschland vor allem als Ackerschlagkartei bekannt.
Ein Farmmanagement-Informationssystem führt die Daten des Betriebs an einer Stelle zusammen: Schlagkartei mit Flächen und Kulturen, Maßnahmenplanung, Dokumentation aller Arbeitsgänge, Lagerverwaltung, Auswertung von Maschinendaten und betriebswirtschaftliche Schlagbilanzen.
In Deutschland und Österreich ist der Kern die Ackerschlagkartei — und die ist nicht freiwillig. Aufzeichnungspflichten ergeben sich aus mehreren Rechtsquellen zugleich:
- Düngeverordnung — Düngebedarfsermittlung vor jeder Düngung und Aufzeichnung jeder Maßnahme binnen zwei Tagen, dazu die jährliche Stoffstrombilanz für betroffene Betriebe
- Pflanzenschutzgesetz — Dokumentation jeder Anwendung mit Mittel, Menge, Fläche, Datum und Anwender, aufzubewahren drei Jahre
- Konditionalität — die Aufzeichnungen sind Prüfgegenstand bei Kontrollen; Mängel führen zu Kürzungen der Direktzahlungen
- QS, GlobalG.A.P. und Molkereistandards mit eigenen, teils strengeren Anforderungen
Das erklärt, warum sich die Systeme hier so stark verbreitet haben: Sie sind weniger Optimierungswerkzeug als Nachweisinstrument.
Der technische Knackpunkt sind die Schnittstellen. Daten müssen zwischen Terminal, Maschinen verschiedener Hersteller und Software fließen. Dafür steht das ISOBUS-Datenformat ISO-XML zur Verfügung, in Deutschland ergänzt um die agrirouter-Plattform als herstellerneutrales Austauschdrehkreuz. In der Praxis bleibt der Datenaustausch trotzdem die größte Reibungsstelle — proprietäre Formate und unvollständige Implementierungen sind eher die Regel als die Ausnahme.
Zur Datenhoheit: Wem die auf dem Schlag erzeugten Daten gehören und wer sie auswerten darf, regelt der EU-Verhaltenskodex zum Agrardatenaustausch — er ist allerdings freiwillig. Ein Blick in die Nutzungsbedingungen lohnt vor der Entscheidung für ein System.
Häufige Fragen
Was ist ein FMIS?
Eine Software, die Schlagkartei, Planung, gesetzliche Dokumentation und Maschinendaten des Betriebs zusammenführt.
Warum braucht man eine Ackerschlagkartei?
Weil Düngeverordnung, Pflanzenschutzgesetz und Konditionalität die Aufzeichnung aller Maßnahmen verbindlich vorschreiben.