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Imkerei

Verdeckelter Honig

Auch: reifer Honig, Wabenhonig

Verdeckelter Honig ist mit einem Wachsdeckel verschlossener Honig in der Wabe — das natürliche Reifezeichen: Der Wassergehalt liegt unter 18 % und der Honig gärt nicht.

Das Verdeckeln ist der Qualitätsmaßstab, den die Bienen selbst anlegen: Erst wenn der Wassergehalt unter 17 bis 18 % gesunken ist, verschließen sie die Zelle. Honig mit mehr Wasser würde vergären, denn osmotolerante Hefen sind natürlicherweise in jedem Honig vorhanden.

Für die Ernte gilt deshalb die Regel, nur Waben zu schleudern, die zu mindestens zwei Dritteln verdeckelt sind. Der Rest wird mit der Spritzprobe geprüft: Was beim kräftigen Schwung aus der Wabe fliegt, ist noch nicht reif. Verbindlich entscheidet das Refraktometer — die Honigverordnung lässt höchstens 20 % Wasser zu, das Warenzeichen des Deutschen Imkerbundes höchstens 18 %.

Wabenhonig — ganze verdeckelte Waben oder ausgeschnittene Stücke — ist die ursprünglichste Form der Vermarktung: ein Erzeugnis, das keine Maschine berührt hat. Er erzielt im Direktverkauf deutlich höhere Preise je Kilogramm als geschleuderter Honig, verlangt aber unbebrütete, frisch ausgebaute Waben und wird meist auf dünnen Mittelwänden oder im Naturbau erzeugt.

Gegorener Honig darf nicht als Honig in den Verkehr gebracht werden. Er lässt sich noch zu Met verarbeiten, dessen Herstellung aus vergorenem Honigwasser eine der ältesten alkoholischen Getränketraditionen Mitteleuropas ist.

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