Nektar
Nektar ist die von den Nektarien blühender Pflanzen abgegebene Zuckerlösung — der Rohstoff, aus dem Blütenhonig entsteht.
Nektar wird von Nektarien gebildet, spezialisierten Drüsengeweben am Grund der Blütenblätter oder an extrafloralen Stellen wie Blattstielen und Nebenblättern. Seine Zusammensetzung schwankt stark: 5 bis 80 % Zucker — Saccharose, Fructose, Glucose —, dazu Wasser, Aminosäuren, Enzyme und Aromastoffe.
Die Arbeiterin nimmt den Nektar in die Honigblase auf und übergibt ihn im Stock an die Stockbienen, die ihn wiederholt umtragen und dabei Enzyme — Invertase und Glucoseoxidase — zusetzen. Durch Ventilieren verdunstet das Wasser: Aus frischem Nektar mit 20 bis 80 % Wassergehalt wird reifer Honig mit höchstens 17 bis 18 %. Erst dann verdeckeln die Bienen die Zellen.
Wie ergiebig eine Nektartracht ist, hängt von Pflanzenart, Witterung und Bodenfeuchte ab. Raps gehört zu den wichtigsten Nektarpflanzen Mitteleuropas und liefert unter günstigen Bedingungen 100 bis 150 kg Nektar je Hektar. Weitere bedeutende Trachtpflanzen sind Linde, Robinie, Klee und Phacelia.
Die Nektartracht unterscheidet sich von der Honigtautracht dadurch, dass der Rohstoff unmittelbar von der Pflanze stammt und nicht aus Insektenausscheidungen — das Ergebnis sind deutlich andere physikalische und sensorische Eigenschaften des Honigs.