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Imkerei

Honigtau

Auch: Waldtracht, Honigtautracht, Melezitosehonig

Honigtau ist das zuckerhaltige Ausscheidungsprodukt von Blatt-, Schild- und Rindenläusen, die am Phloem der Bäume saugen; die Bienen tragen ihn als Alternative zum Nektar ein.

Honigtau entsteht, wenn saugende Insekten — Blattläuse, Schildläuse, Blattflöhe — den zuckerreichen Phloemsaft der Bäume aufnehmen und den Überschuss an Kohlenhydraten als Tröpfchen wieder ausscheiden. Die Arbeiterinnen sammeln ihn von der Blattoberfläche oder direkt an den Läusen ein und verarbeiten ihn ähnlich wie Nektar.

Die wichtigsten Quellen im deutschsprachigen Raum sind die Tannen- und Fichtenhonigtautracht — erzeugt vor allem von Lachniden wie Cinara — sowie Eichen- und Lindenhonigtau. Waldhonig ist dunkel, von braungelb bis fast schwarz, schmeckt harzig bis malzig-karamellig und enthält weniger Saccharose, dafür mehr Oligosaccharide und Mineralstoffe als Blütenhonig.

Für die Überwinterung ist er ein Risiko: Der hohe Anteil unverdaulicher Dextrine belastet den Darm und führt bei Winterfütterung zur Ruhr. Deshalb wird Honigtauhonig im August aus den Honigräumen genommen und durch Zuckerlösung als Winterfutter ersetzt. Ein besonderer Fall ist der Melezitosehonig — er kristallisiert bereits in der Wabe und lässt sich nicht mehr schleudern, sondern nur pressen oder als Futter zurückgeben.

Waldhonig erzielt im Direktverkauf regelmäßig deutlich höhere Preise als Blütenhonig und gilt geschmacklich als das hochwertigere Erzeugnis.

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