Bienenbrut
Bienenbrut ist die Sammelbezeichnung für Eier, Larven und Puppen in den Wabenzellen.
Die Entwicklung beginnt mit dem Ei, das die Königin auf den Zellboden heftet. Es ist walzenförmig, etwa 1,5 mm lang, weiß und steht am ersten Tag senkrecht. Nach drei Tagen schlüpft die Larve — eine kleine, gekrümmte, beinlose Made. Die Ammenbienen füttern sie zunächst mit Gelée royale, ab dem dritten Tag mit einem Gemisch aus Pollen und Honig.
Ein gesundes Brutnest ist geschlossen: Die Zellen sind gleichmäßig belegt, die Eier stehen mittig, die Larven sind perlweiß und glänzen. Ein löchriges Brutbild mit belegten und leeren Zellen im Wechsel weist auf das Flügeldeformationsvirus, auf Kalkbrut oder Sackbrut oder auf Probleme mit der Königin hin.
Die Larvenzeit dauert bei der Arbeiterin sechs Tage, dann wird die Zelle verdeckelt. Verpuppung und Metamorphose brauchen weitere zwölf Tage — insgesamt 21 Tage vom Ei zur fertigen Arbeiterin. Der Drohn benötigt 24 Tage, die Königin nur 16.
Das Brutnest ist eine Zone konstanter Temperatur: Die Arbeiterinnen halten 34 bis 35 °C. Abweichungen führen zu Entwicklungsschäden an Flügeln und Gliedmaßen und zu verkürzter Lebensdauer.