Feldrain
Der Feldrain ist ein schmaler Gras- oder Gehölzstreifen zwischen zwei Schlägen. Historisch markierte er Eigentumsgrenzen, heute zählt er als geschützter Landschaftsbestandteil für Biodiversität und Erosionsschutz.
Der Feldrain ist ein schmaler Gras- oder Gehölzstreifen zwischen zwei Ackerschlägen. Ursprünglich war er die sichtbare Eigentumsgrenze in der Gewannflur und zugleich Schutz gegen Bodenabtrag.
Historische Funktionen:
- Grenzmarkierung zwischen den Parzellen, oft mit Grenzsteinen an den Ecken
- Landschaftselement und Lebensraum für Wild, Vögel und Insekten
- Weg für Gespanne — breitere Raine dienten als Feldwege
- Weide für Kleinvieh, solange die Äcker bestellt waren
Der große Verlust im 20. Jahrhundert verlief in West und Ost auf unterschiedlichen Wegen zum selben Ergebnis. In der Bundesrepublik und in Österreich beseitigte die Flurbereinigung beziehungsweise Kommassierung ab den 1950er-Jahren einen großen Teil der Raine, um zerstückelten Besitz zu maschinengerechten Schlägen zusammenzulegen. In der DDR schuf die Kollektivierung zu LPG und Volksgütern Schläge von oft mehreren hundert Hektar für Großtechnik. Die Folgen waren in beiden Fällen dieselben: verstärkte Wasser- und Winderosion, Rückgang der Artenvielfalt, Verlust von Rückzugsräumen und ein trockeneres, windoffeneres Landschaftsklima.
Die Rückkehr seit den 1990er-Jahren:
- Gesetzlicher Schutz: Feldhecken, Feldgehölze und Raine sind nach § 30 BNatSchG und den Naturschutzgesetzen der Länder geschützte Biotope. In Schleswig-Holstein genießen die Knicks einen eigenen, besonders strengen Schutz
- GLÖZ 8 verbietet die Beseitigung von Landschaftselementen wie Hecken, Feldrainen und Baumreihen
- Agrarumweltmaßnahmen und die Öko-Regelung 1b fördern Blühstreifen und Randstrukturen
- Erosionsschutz: In den nach Erosionsgefährdung eingestuften Gebieten verlangt GLÖZ 5 Maßnahmen, für die Raine quer zum Hang eines der wirksamsten Mittel sind
Breiten in der Praxis: klassischer Rain 1 bis 3 m; breiter Saum mit Sträuchern wie Schlehe, Hundsrose und Weißdorn 5 bis 10 m; Feldgehölz ab 10 m; Biotopverbund-Korridor ab 20 m.
Siehe auch Blühstreifen, Bodenerosion, Dreifelderwirtschaft, GLÖZ-Standards, Hufe.