Hufe
Die Hufe ist ein mittelalterliches Flächenmaß von etwa 16 bis 24 ha — die Fläche eines Bauernhofs, der eine Familie ernährte. Zugleich eine soziale und steuerliche Einheit des Dorfes.
Die Hufe (lateinisch *mansus*, tschechisch *lán*) ist ein mittelalterliches Flächenmaß und zugleich die grundlegende wirtschaftliche und soziale Einheit des Dorfes. Ihre Größe schwankte erheblich nach Region, Zeit und Art, lag aber typischerweise bei 16 bis 24 Hektar — der Fläche, die eine Bauernfamilie ernährte.
Die wichtigsten Formen:
- Bauernhufe — 16 bis 20 ha, der Hof eines abgabepflichtigen Bauern.
- Königshufe — etwas größer, 19 bis 24 ha, in königlichen Gründungsdörfern.
- Waldhufe — ein langgestreckter Streifen vom Bach bis zum Waldrand, typisch für die Waldhufendörfer in Mittelgebirgen und im böhmischen Grenzraum.
- Halbe Hufe — 8 bis 10 ha, kleinere Stellen.
- Viertelhufe — 4 bis 5 ha, Kleinbauern und Kätner.
Die Hufe war die Bemessungsgrundlage für Abgaben und Frondienste: Für eine ganze Hufe waren typischerweise drei Frontage in der Woche zu leisten. Der Hufner (Vollbauer) stand an der Spitze der dörflichen Sozialordnung, darunter Halbhufner, Kätner und schließlich die Häusler ohne Land.
Eine Hufe bestand nicht aus einem einzigen Stück, sondern aus vielen Streifen, die über die Dorfflur verteilt lagen — die Dreifelderwirtschaft (Winterung, Sommerung, Brache) verlangte Anteile in jedem der drei Felder. Diese Gemengelage wurde erst durch die Flurbereinigung des 19. und 20. Jahrhunderts aufgelöst.
Heute begegnet die Hufe vor allem:
- In der Familienforschung — Kirchenbücher und Grundbücher führen Vorfahren als Hufner, Halbhufner oder Häusler.
- In der Ortsgeschichte — die mittelalterliche Dorfstruktur lässt sich aus den Hufen rekonstruieren.
- In Flurnamen — Bezeichnungen wie „Hufenweg" oder „Auf den Hufen" halten sich bis heute.
Siehe auch Joch, Scheffel, Strich (Strych), Hektar (ha).