Varroamilbe
Die Varroamilbe ist der ektoparasitische Erreger der Varroose, der am Fettkörper von Larven und erwachsenen Bienen saugt und unbehandelt zum Zusammenbruch des Volkes führt.
Die Varroamilbe gehört zur Ordnung der Milben und zur Familie Varroidae. Der wissenschaftliche Name Varroa destructor wurde im Jahr 2000 eingeführt, als die Art von Varroa jacobsoni abgetrennt wurde — Letztere befällt ausschließlich Apis cerana und pflanzt sich auf der Westlichen Honigbiene nicht fort. Das Weibchen ist abgeflacht, rotbraun, etwa 1,1 mm lang und 1,6 mm breit und mit bloßem Auge auf der Biene oder auf der Bodeneinlage zu erkennen.
Der Lebenszyklus umfasst die phoretische Phase auf erwachsenen Bienen und die reproduktive Phase in der verdeckelten Brut. Das Weibchen schlüpft 24 bis 48 Stunden vor der Verdeckelung in die Zelle, legt zuerst ein unbefruchtetes Ei, aus dem das Männchen entsteht, dann vier bis fünf befruchtete. Das Männchen begattet seine Schwestern noch in der Zelle und stirbt dort.
Lange galt die Hämolymphe als Nahrung; neuere Untersuchungen zeigen, dass die Milbe vor allem am Fettkörper saugt. Das erklärt die starke Schwächung der Immunabwehr und der Überwinterungsfähigkeit. Die Milbe ist zugleich Hauptvektor des Flügeldeformationsvirus DWV und des Akuten Bienenparalyse-Virus.
Resistenzen gegen Pyrethroide wie Fluvalinat und Flumethrin sind in Europa seit den 1990er-Jahren belegt. Empfohlen werden deshalb der Wechsel der Wirkstoffgruppen und organische Säuren als erste Wahl, besonders in der brutfreien Zeit.