Eiablage der Königin
Die Eiablage ist der Vorgang, bei dem die Königin befruchtete oder unbefruchtete Eier in die Wabenzellen legt — das wichtigste Kennzeichen eines gesunden Volkes.
Eine begattete, leistungsfähige Königin legt in der Vollsaison von April bis August täglich 1.500 bis 2.500 Eier. In Arbeiterinnenzellen von 5,2 bis 5,4 mm Durchmesser legt sie befruchtete Eier, aus denen Arbeiterinnen werden; in die größeren Drohnenzellen von 6,2 bis 6,9 mm legt sie gezielt unbefruchtete Eier, aus denen Drohnen entstehen. Die Königin erkennt die Zellgröße mit den Vorderbeinen und steuert die Samenabgabe entsprechend.
Das Bestiftungsbild beurteilt der Imker bei jeder Durchsicht: Eine gute Königin legt eine geschlossene Brutfläche ohne Lücken. Löchrige Brut deutet auf Krankheit oder auf eine Königin mit erschöpftem Samenvorrat hin. Bei Pollenmangel oder im Alter geht die Königin früher zu unregelmäßiger Eiablage über.
Die Ammenbienen bereiten die Zellen vor und polieren sie; die Königin heftet das Ei mit einem klebrigen Sekret am Zellboden fest.
Die Suche nach Eiern ist die einfachste Weiselprobe: Frische Stifte in den Zellen — gegen das Licht gehalten oder mit Lupe — beweisen, dass in den letzten drei Tagen eine legende Königin da war. Ältere Larven und verdeckelte Brut können noch von einer bereits verlorenen Königin stammen.