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Kulturen und Rohstoffe

Senf

Auch: Sinapis alba, Weißer Senf, Gelbsenf, Brassica juncea

Senf wird als Gewürzpflanze und vor allem als Zwischenfrucht angebaut — mit nematodenresistenten Sorten ist er das Standardwerkzeug gegen Rübennematoden.

Angebaut werden vor allem Weißer Senf (*Sinapis alba*), auch Gelbsenf genannt, und Brauner Senf (*Brassica juncea*). Die weitaus größere Fläche entfällt dabei nicht auf den Körneranbau, sondern auf die Nutzung als Zwischenfrucht.

Als Zwischenfrucht ist Senf die günstigste und schnellste Option überhaupt: Er läuft binnen weniger Tage auf, deckt den Boden in sechs Wochen vollständig ab, bindet 40 bis 80 kg Reststickstoff je Hektar und friert zuverlässig ab, sodass im Frühjahr eine Mulchdecke ohne weitere Maßnahme bereitliegt.

Der eigentliche Trumpf sind die nematodenresistenten Sorten. Bestimmte Senf- und Ölrettichsorten regen die Rübenzystennematode *Heterodera schachtii* zum Schlüpfen an, lassen aber keine Vermehrung zu — der Besatz sinkt so um 50 bis 80 %. In Zuckerrübenfruchtfolgen ist das die wirksamste verfügbare Gegenmaßnahme und Bestandteil praktisch jedes Anbauvertrags. Die Resistenzeinstufung steht auf der Saatgutpackung und ist keine Selbstverständlichkeit — nicht resistente Sorten vermehren den Nematoden sogar.

Der große Vorbehalt: Senf ist ein Kreuzblütler wie Raps. In rapsstarken Fruchtfolgen fördert er Kohlhernie und Sklerotinia und gehört dort nicht in die Zwischenfruchtmischung. Die Alternative ist Phacelia, die mit keiner Ackerkultur verwandt ist.

Als Körnerfrucht liefert Senf 8 bis 15 dt/ha für Speisesenf, Gewürz und die Lebensmittelindustrie. Der Anbau ist anspruchslos, aber die Vermarktung eng — üblich sind Anbauverträge mit Verarbeitern. Deutschland importiert den weitaus größten Teil seines Senfsaatbedarfs, überwiegend aus Kanada und der Ukraine; der Lieferausfall nach 2022 hat das Thema regionaler Anbau spürbar belebt.

Förderrechtlich zählt Senf als Zwischenfrucht zur Mindestbodenbedeckung nach GLÖZ 6 und kann in Agrarumweltmaßnahmen eingesetzt werden.

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