DE

Die Texte auf dieser Website entstehen mit Hilfe künstlicher Intelligenz. So arbeiten wir

Krankheiten und Schädlinge · Pflanzenschutz

Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel

Phytophthora infestans

Die Kraut- und Knollenfäule ist die gefährlichste Krankheit der Kartoffel und befällt auch Tomaten. Auf den Blättern bilden sich braunschwarze, welkende Flecken, auf der Blattunterseite bei Feuchtigkeit ein weißlicher Sporenrasen; die Krankheit greift rasch auf das gesamte Kraut und später auf die Knollen über, wo sie eine braune Fäule verursacht. Bei warmer, feuchter Witterung kann sie einen ganzen Bestand innerhalb weniger Tage vernichten. Es ist derselbe Erreger, der im 19. Jahrhundert die große Hungersnot in Irland auslöste.

1gefährdete Kulturen

Erreger

Eipilz (Oomycet) Phytophthora infestans

Symptome

Auf den Blättern entstehen dunkelgrüne bis braunschwarze, wässrige Flecken, zunächst häufig an Blatträndern und -spitzen. Auf der Blattunterseite ist an der Grenze zwischen gesundem und befallenem Gewebe bei Feuchtigkeit ein weißlicher Rasen von Sporangienträgern erkennbar. Das befallene Kraut schwärzt rasch, fault und riecht faulig. An den Knollen erscheinen gräuliche eingesunkene Flecken und unter der Schale eine rostbraune trockene bis feuchte Fäule, die bis ins Fleisch reicht.

Wirtspflanzen

  • Kartoffeln
  • Tomaten

Ausbreitungsbedingungen

Die Krankheit breitet sich über Sporangien aus, die Wind und Regen auch über große Entfernungen verfrachten. Entscheidend sind Feuchtigkeit und Wärme — lange Blattnässe und Temperaturen von etwa 15 bis 22 °C (sogenannte Krautfäule-Perioden). Unter diesen Bedingungen läuft ein neuer Infektionszyklus innerhalb weniger Tage ab. Quellen sind befallene Knollen (Pflanzgut, Abfallhaufen) und überwinternde Oosporen.

Schadwirkung und Bekämpfungsschwelle

Die Kraut- und Knollenfäule ist die schwerwiegendste Krankheit der Kartoffel; bei vernachlässigtem Schutz kann sie unter günstiger Witterung einen ganzen Bestand in ein bis zwei Wochen vernichten. Befallene Knollen faulen auch im Lager und sind Eintrittspforte für bakterielle Folgefäulen. Die Verluste betreffen daher sowohl den Ertrag als auch die Lagerfähigkeit.

Lebenszyklus und Infektionsquelle

Der Erreger überwintert als Myzel in befallenen Knollen (Pflanzgut, Abfall) und als Oosporen im Boden. Aus infizierten Knollen wächst befallenes Kraut, auf dem sich Sporangien bilden und die Epidemie einleiten. Bei Feuchtigkeit setzen die Sporangien bewegliche Zoosporen frei, die Kraut und Knollen infizieren; bei günstiger Witterung wiederholt sich der Zyklus rasch.

Wirkstoffe zum Pflanzenschutz

Beispiele fungizider Wirkstoffe gegen diese Krankheit, keine Empfehlung eines bestimmten Mittels. Ob ein Mittel zugelassen ist und wie es dosiert wird, immer im amtlichen Pflanzenschutzmittelregister prüfen (Deutschland BVL, Österreich BAES, Tschechien ÚKZÚZ). Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.

  • mandipropamid
  • fluazinam
  • oxathiapiprolin

Schutz und Vorbeugung

Entscheidend ist ein vorbeugender Fungizidschutz, der nach Warndienst noch vor dem Auftreten der Symptome beginnt und je nach Krankheitsdruck und Witterung alle 7 bis 14 Tage wiederholt wird (systemische Wirkstoffe im Zuwachs, Kontaktmittel zur Abdeckung, spezifische Mittel für die Knollen). Wichtig sind gesundes zertifiziertes Pflanzgut, ausreichendes Anhäufeln zum Schutz der Knollen vor Sporeneinschwemmung sowie Sikkation oder mechanische Krautbeseitigung vor der Ernte. ‼️ Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln ist national geregelt — prüfen Sie sie in Deutschland beim BVL, in Österreich beim BAES beziehungsweise der AGES.

Gefährdete Kulturen 1

Häufige Fragen

Warum ist die Krautfäule so gefürchtet?

Phytophthora infestans breitet sich bei warmer, feuchter Witterung außerordentlich rasch aus und kann einen ganzen Bestand in wenigen Tagen vernichten. Sie befällt auch die Knollen, die dann im Lager faulen. Es ist derselbe Erreger, der die große Hungersnot in Irland auslöste.

Wie schützt man sich gegen die Krautfäule?

Entscheidend ist ein vorbeugender Fungizidschutz, der nach Warndienst noch vor dem Auftreten der Symptome beginnt und regelmäßig wiederholt wird. Ergänzend wirken gesundes Pflanzgut, gutes Anhäufeln zum Schutz der Knollen und die rechtzeitige Krautbeseitigung vor der Ernte.

Was ist eine Krautfäule-Periode?

Damit ist eine Witterungslage gemeint, die die Infektion begünstigt — lange Blattnässe und Temperaturen von etwa 15 bis 22 °C. Prognosemodelle melden diese Perioden und dienen dazu, vorbeugende Spritzungen noch vor dem Auftreten der Symptome zu terminieren.

Warum sollte man das Kraut vor der Ernte beseitigen?

Die Vernichtung des Krauts (Sikkation oder mechanisch) unterbricht die Sporenquelle und lässt die Schale der Knollen abhärten, sodass sie sich bei der Ernte weniger infizieren. Eine Ernte in noch nicht abgetötetes Kraut erhöht das Risiko der Knollenfäule im Lager.