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Ackerbau

Gründüngung

Auch: Grünmasse-Düngung, Untersaat als Gründüngung

Gründüngung bedeutet, Pflanzen eigens anzubauen und einzuarbeiten, um dem Boden organische Substanz und Nährstoffe zuzuführen.

Bei der Gründüngung wird ein Bestand nicht zur Ernte, sondern zur Einarbeitung in den Boden angebaut. Genutzt werden vor allem Phacelia, Senf, Ölrettich, Buchweizen sowie Leguminosen wie Kleearten, Wicken und Lupinen — häufig als Mischung, weil unterschiedliche Wurzelsysteme mehr bewirken als jede Art für sich.

Was Gründüngung leistet:

  • Nährstoffe binden — vor allem Nitrat, das sonst über Winter ausgewaschen würde, und es im Frühjahr wieder freisetzen
  • Stickstoff sammeln — Leguminosen binden über die Knöllchenbakterien Luftstickstoff und liefern je nach Bestand 40 bis über 100 kg N je Hektar
  • Boden lockern — Ölrettich und Lupine durchwurzeln Verdichtungen und hinterlassen stabile Poren
  • Erosion verhindern — eine geschlossene Bodenbedeckung über Winter ist der wirksamste Erosionsschutz überhaupt
  • Humus aufbauen und das Bodenleben mit frischer Nahrung versorgen
  • Unkraut unterdrücken durch Beschattung
  • Nematoden bekämpfen — resistente Ölrettich- und Senfsorten senken den Besatz an Rübenzystennematoden gezielt ab

Vorsicht bei der Fruchtfolge: Senf und Ölrettich sind Kreuzblütler wie der Raps und können Kohlhernie und Sklerotinia fördern. In rapsstarken Fruchtfolgen gehören sie deshalb nicht in die Mischung — dort sind Phacelia, Leguminosen und Gräser die bessere Wahl.

Der agrarpolitische Rahmen: Zwischenfrüchte und Untersaaten sind in Deutschland an mehreren Stellen verankert — als Bodenbedeckung nach GLÖZ 6, beim Fruchtwechsel nach GLÖZ 7, in den Agrarumweltmaßnahmen der Länder sowie in den roten Gebieten der Düngeverordnung, wo nach bestimmten Vorfrüchten Zwischenfrüchte vorgeschrieben sind.

Siehe auch Zwischenfrüchte, Organische Bodensubstanz, Bodenerosion, Phacelia.

Häufige Fragen

Wozu dient die Gründüngung?

Sie bindet Restnährstoffe über Winter, baut Humus auf, lockert den Boden, unterdrückt Unkraut und schützt vor Erosion.

Welche Pflanzen eignen sich zur Gründüngung?

Phacelia, Senf, Ölrettich und Buchweizen sowie Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen — meist als Mischung.

Worauf ist bei der Fruchtfolge zu achten?

Senf und Ölrettich sind Kreuzblütler wie Raps und können Kohlhernie fördern — in rapsstarken Fruchtfolgen gehören sie nicht in die Mischung.

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