Rindermast
Die Rindermast ist die gezielte Ausmast von Rindern bis zur Schlachtreife — in Deutschland überwiegend als intensive Bullenmast.
Die Rindermast führt Rinder von der Aufzucht bis zur Schlachtreife. In Deutschland und Österreich dominiert die intensive Bullenmast: Aufstallung mit Maissilage-Kraftfutter-Ration, Schlachtung mit 16 bis 20 Monaten bei 700 bis 780 kg Lebendgewicht und einer Ausschlachtung um 57 bis 59 %.
Die Verfahren im Überblied:
- Bullenmast — die schnellste und futtereffizienteste Variante, weil Bullen die höchsten Tageszunahmen erreichen; Kastration ist hier unüblich
- Färsenmast — geringere Zunahmen, dafür feineres, stärker marmoriertes Fleisch und höherer Erlös in der Direktvermarktung
- Ochsenmast — extensiv auf der Weide, langsamer, in Deutschland eine Nische, aber im Bio- und Naturschutzbereich bedeutsam, weil Ochsen sich für die Landschaftspflege eignen
- Mutterkuhhaltung — die Kälber bleiben bis zum Absetzen bei der Mutter; typisch für Grünlandregionen und die Basis der Qualitätsfleischprogramme
Die Kennzahlen, an denen sich alles entscheidet: tägliche Zunahmen von 1.200 bis 1.600 g bei Bullen, Futterverwertung von 5,5 bis 7 kg Trockenmasse je kg Zuwachs, und die Einstufung nach dem EUROP-Handelsklassenschema — Fleischigkeit E bis P, Fettabdeckung 1 bis 5 —, die den Auszahlungspreis unmittelbar bestimmt.
Ein struktureller Zusammenhang, der zunehmend zählt: Der weitaus größte Teil der Mastbullen stammt aus der Milchviehhaltung. Mit der Ausbreitung von gesextem Sperma und der Anpaarung von Fleischrassen auf Milchkühe verändert sich das Angebot spürbar — die Kälber werden fleischbetonter und wertvoller. Siehe Kreuzung.
Rechtlich gelten die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, Vorgaben zu Platzangebot und Bodengestaltung, Kennzeichnung und Registrierung jedes Tieres über die Ohrmarke sowie die Anforderungen an den Tiertransport.
Häufige Fragen
Wie läuft die Rindermast ab?
Über eine energie- und eiweißreiche Ration bis zur Schlachtreife, bei intensiver Bullenmast mit 16 bis 20 Monaten und 700 bis 780 kg.
Welche Mastverfahren gibt es?
Bullenmast, Färsenmast, Ochsenmast auf der Weide sowie die Mutterkuhhaltung mit Kalb bei Fuß.